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Ganz ohne Pause

Ist es wirklich gesund, die Pille durchzunehmen?

Frau nimmt die Pille
Monat um Monat soll man die Pille durchnehmen können, ohne dazwischen Pausen einzulegen. FITBOOK erklärt, was das (Gutes) bringen soll.
Foto: Getty Images

Für gewöhnlich ist Frauen, die die Antibabypille einnehmen, ganz klar: Nach etwa 21 Tagen wird eine einwöchige Einnahmepause gehalten, und in dieser Zeit kommt die Periode. Gleichzeitig wird es aber auch üblicher, die Pille über Monate bis Jahre hinweg durchzunehmen. Das soll angeblich gesundheitliche Vorteile bringen. FITBOOK hat sich schlaugemacht.

Die Antibabypille, meistens nur „die Pille“ genannt, ist noch immer das meistverbreitete Verhütungsmittel in Deutschland. Sie enthält unter anderem die weiblichen Hormone Östrogen und/oder Gestagen in unterschiedlichen Zusammensetzungen und erzeugt im Körper der Verwenderin einen künstlichen weiblichen Zyklus.

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Eine Packung besteht für gewöhnlich aus 21 Pillen (und manchmal zusätzlichen sieben Placebo-Pillen, die keinen Wirkstoff enthalten). Während dieser drei Wochen verhindert die tägliche Hormonzufuhr das Heranreifen und Springen der Eizellen, die beim Geschlechtsverkehr befruchtet werden und eine Schwangerschaft ausbilden könnten. Viele Jahre lang war es üblich, dass Frauen nach diesen 21 tägliche Pillen (drei Wochen) eine Pillenpause einhalten/die Placebopillen einnehmen, also keine Hormone zu sich nehmen, und eine Menstruationsblutung bekommen. Nach sieben Tagen wurde mit einem nächsten Blister begonnen.


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Britische Ärztin hält Pillenpause für sinnlos

Dr. Jane Dixon ist Fachärztin an einer Londoner Fakultät für sexuelle und reproduktive Gesundheitspflege (FSRH). Wie sie kürzlich in einem „BCC“-Interview erklärte, empfehle sie ihren Patientinnen grundsätzlich, die Einnahmepause komplett auszulassen, und das täten ihre Kollegen auch. Der Grund: Es bringe keine nachgewiesenen gesundheitlichen Vorteile.

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Diese Argumente sollen für das Pille-Durchnehmen sprechen

Künstlicher Zyklus – braucht man den wirklich?

Obwohl der Standpunkt aus London gerade Diskussionen auslöst – ganz neu ist er nicht. Schon seit einer Weile wissen einige Frauen, dass sich die Pillenpause/Blutung um ein paar Tage bis Wochen aufschieben lässt, wenn sie sich sonst mit einem dafür ungünstigen Termin überschneiden würde. Und das erscheint logisch: Die im Blister enthaltenen Pillen sind auf durchschnittlich 21 Stück festgelegt worden, um der Verwenderin das Gefühl eines echten weiblichen Zyklus zu geben. Jede einzelne davon ist gleich zusammengesetzt. Ob man nun 25, 30 oder auch einmal 42 nimmt, macht theoretisch also keinen großen Unterschied. Entsprechend geben mehr und mehr Frauenärzte ihr OK dafür, im Hinblick auf Sommerurlaube und Ähnliches zwei bis drei Zyklen am Stück zu nehmen.

Frau bei ihrer Ärztin

Immer mehr Ärzte empfehlen ihren Patientinnen, die Pille durchzunehmen
Foto: Getty Images

Expertin warnt vor allgemeiner Empfehlung

FITBOOK sprach mit der Wiener Gynäkologin Dr. Doris Maria Gruber. Wie sie uns erklärt, gibt es die Diskussion „Pille durchnehmen oder nicht“ bereits so lange wie das Verhütungsmittel auf dem Markt ist. Und es sei auch richtig, dass der weibliche Organismus gut damit umgehen könne, ruhiggestellt zu sein, sprich keine regelmäßige Monatsblutung zu haben. Es sei aber immer noch ein Unterschied, ob dieser Zustand aus physiologischen Ursachen herrührt – also etwa durch eine bestehende Schwangerschaft oder Stillperiode –, oder ob der Zyklus durch die Pille abgestellt wurde.

Eine pauschale Aussage zu treffen, ist schlichtweg nicht möglich

Auf der anderen Seite gebe es Patientinnen (über 30), die seit vielen Jahren mit starken psychischen und körperlichen Beschwerden vor der Regelblutung zu kämpfen haben. Dieses sogenannte „Prämenstruelle Syndrom (PMS)“, ebenso Migränebeschwerden und selbst verschiedene Krankheitsbilder können laut Dr. Gruber durch die kontinuierliche Einnahme der Pille gelindert oder sogar beseitigt werden. Etwa bei einer Endometriose (chronische Wucherung der Gebärmutterschleimhaut, die mit heftigen Menstruationsschmerzen einhergeht) oder der Neigung zu Zysten und Myomen (gutartige Tumore) ist das Pause-Auslassen und entsprechende Aufrechterhalten eines konstanten Hormonspiegels eine gängige therapiebegleitende Maßnahme.

Junge Frau mit Menstruationsbeschwerden

Manchen Frauen machen die Hormonschwankungen während ihrer Periode sehr zu schaffen. Ihnen geht es besser, wenn die „Auf und Abs“, wie unsere Expertin es nennt, stillgelegt werden.
Foto: Getty Images

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Hinweis der Redaktion: Auch, wenn Sie selbst unter starken Menstruationsbeschwerden leiden: Bitte die Antibabypille nicht eigenmächtig durchnehmen. Zum einen eignen sich nicht alle Präparate dafür und zum anderen sollte diese Entscheidung, abhängig von weiteren Faktoren, gemeinsam mit einem Fachmann getroffen werden.

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