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Neue Studie

Diese Krankheit können Hunde an Socken erschnüffeln

Hund
In einer Studie haben Hunde am Geruch von Socken Malaria entdecken können
Foto: Getty Images

Ob ein Stück Wurst in Herrchens Hosentasche oder gar Drogen und Sprengstoff: Die starke Spürnase von Hunden kommt nicht grundlos bei Polizei und Zoll zum Einsatz. Und auch für die Medizin gewinnt sie an Bedeutung. Erst kürzlich haben Wissenschaftler Erstaunliches herausgefunden: dass man sie auch zur Früherkennung von Krankheiten einsetzen kann. Beispielsweise von Malaria.

Für eine länderübergreifende Untersuchung, unter anderem von Forschern der „London School of Hygiene & Tropical Medicine“ und der „Medical Research Council Unit“ in Gambia, wurden zwei Hunde (ein Labrador und ein Golden-Retriever) auf den Geruch von Malaria sensibilisiert. Es handelte sich um speziell ausgebildete Tiere der Organisation „Medical Detection Dogs (MDD)“ im britischen Milton Keynes, die hier auf die Erkennung von menschlichen Krankheiten trainiert werden. Ob die erlernten Fähigkeiten der beiden Testhunde dem Ernstfall standhalten würden, überprüften die Forscher an Socken, die 24 Stunden lang von teilweise an Malaria erkrankten gambischen Kindern getragen worden waren. Die 175 Paar Socken wurden in luftdichten Behältern aus dem westafrikanischen Land angeliefert.

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So präzise schnüffelten die Hunde

Das Ergebnis, das die Wissenschaftler auf der diesjährigen Tagung der American Society of Tropical Medicine and Hygiene vorstellten:

Hundenase

Die Spürnase von Hunden könnte der Medizin bald von großem Nutzen sein
Foto: Getty Images

Professor Steve Lindsay von der Abteilung Biowissenschaften an der Durham University, der federführend an der Studie beteiligt war, sieht in den Erkenntnissen großes Potential. Der Hundeeinsatz sei eine gute, non-invasive Möglichkeit, Menschen auf die Erkrankung zu testen, wie er in einer Stellungnahme seiner Uni zitiert wird. Zudem könne sich durch Malaria-Spürhunde verhindern lassen, dass die Infektionskrankheit durch Reisende wieder in Länder eingeschleppt wird, in denen sie bereits erfolgreich bekämpft worden war. Das Training der Hunde sei jedoch aufwändig. Sie in großer Zahl – beispielsweise an Flughäfen – zu platzieren, ist zumindest zum jetzigen Zeitpunkt (noch) nicht denkbar.

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Hunde sind in der Medizin nichts Neues

Frühere Studien haben bereits gezeigt, dass Hunde Krebs „erschnüffeln“ können. Der Forschung zufolge erkennen sie bestimmte chemische Verbindungen, die von Tumoren ausgestoßen werden. Inwieweit dies zur Früherkennung von Lungen-, Dickdarm- und Prostatakrebs nützlich sein kann, muss noch weiter erforscht werden.

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