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Neue Studie

Diclofenac soll das Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt erhöhen

Frauenhand mit Pillen in der Hand
Diclofenac hat schon seit Jahren einen schlechten Ruf. Und die aktuelle Studie hat daran nichts geändert.
Foto: Getty Images

Das entzündungshemmende Schmerzmittel Diclofenac hat schon seit Jahren einen schlechten Ruf. Eine neue Studie hat daran nichts geändert.

Wenn Sie regelmäßig Diclofenac einnehmen, sollten Sie sich das vielleicht noch einmal überlegen. Denn was Forscher schon lange vermutet haben, wurde in einer Reihe von Studien – deren Ergebnisse vor Kurzem im Britischen Ärzteblatt veröffentlicht wurden – jetzt bestätigt: Das beliebte entzündungshemmende Schmerzmittel soll nicht gut für das Herz-Kreislauf-System sein. So kam bei einer Studie in Dänemark heraus, dass Menschen, die Diclofenac einnahmen, zum Teil deutlich häufiger schwere Krankheiten entwickelten als solche, die auf andere oder gar keine Schmerzmittel vertrauten.

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Problemkind Diclofenac

Diclofenac hat bereits seit einigen Jahren einen lädierten Ruf. Schon die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) äußerte in Sachen Diclofenac seine Bedenken und warnte vor Risiken für Herz und Kreislauf, „particularly when diclofenac is used at a high dose and for long-term treatment“ – wenn man das Schmerzmittel also hochdosiert und für eine lange Zeit einnimmt.

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Diclofenac zählt wie Ibuprofen zu den „nichtsteroidalen Antirheumatika“ (NSAR). Das Problem bei Diclofenac: seine deutlich kürzere Halbwertzeit (ein bis zwei Stunden). Das hat laut Ärzteblatt-Informationen zur Folge, dass recht hohe Dosierungen nötig werden, um Schmerzen längerfristig zu lindern – was es laut EMA ja zu vermeiden gilt.

So lief die Studie

Um die möglichen Gefahren von Diclofenac aufzuzeigen, hat sich ein Forscherteam der Universität Aarhus um Morten Schmid angeschaut, wie es Menschen in den ersten 30 Tagen nach Einnahme von Diclofenac ergangen ist. Obwohl man eigentlich sagen müsste: nach Verordnung von selbigem Schmerzmittel, da es sich hierbei nicht um eine klassische klinische Studie handelt, sondern um eine sogenannte „emulierte“. Was soll das heißen?

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In Dänemark war Diclofenac während der Studienzeit (1996-2016) fast durchgehend verschreibungspflichtig. Damit war dem Forscherteam klar, wer überhaupt Zugriff auf das Medikament hatte und wer nicht. Der Clou: Über eine für skandinavische Länder typische Personennummer konnten Schmid und Kollegen tracken, wenn Diclofenac-Anwender schwer erkrankten.

Ergebnisse

Wer auf Diclofenac statt auf Paracetamol oder Ibuprofen setzte, zeigte eine 20 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit, schwer zu erkranken. Im Vergleich zu Personen, die gar keine Schmerzmittel einnahmen, war das Risiko sogar um 50 Prozent erhöht.

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Auch Blutungen im Magen-Darm-Trakt waren deutlich häufiger bei Diclofenac-Anwendern (4,5-fach höheres Risiko als bei Personen, die keine Schmerzmittel einnahmen, und 2,5-fach höheres Risiko als nach einem Behandlungsbeginn mit Paracetamol oder Ibuprofen).

Das Besondere: Die Studie wurde zwecks Aussagekraft insgesamt 252 Mal durchgeführt.

Keine Panik nötig