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Ab dem 6. März erhältlich

Was ist bei der Anwendung von Corona-Selbsttests zu beachten?

Corona-Selbsttest
Die Anwendung von Corona-Selbsttests ist keine Wissenschaft. Und doch gibt es einiges zu beachten.Foto: Getty Images

Ab dem 6. März gibt es die ersten Corona-Selbsttests zu kaufen. Eine große Verantwortung für den Anwender. Daher ist es umso wichtiger, sorgsam die Anleitung von Corona-Selbttests zu lesen und beim Testen akkurat vorzugehen. FITBOOK erklärt, worauf zu achten ist.

Die ersten Corona-Selbsttests zur Eigenanwendung kommen in den Handel. Aldi startet am 6. März mit dem Verkauf, mehrere Drogerieketten wollen in der folgenden Woche nachziehen. Die bislang zugelassenen sieben Tests erfordern alle einen Nasenabstrich. Damit der gelingt, enthalten sie eine genaue Anleitung.

Wo bekomme ich die Tests für zu Hause?

25 Euro für eine Packung mit fünf Selbsttests: Zu diesem Preis bietet Aldi ab Samstag, den 6. März als erster Einzelhändler in Deutschland Schnelltests für Laien an. Laut dem Discounter wird pro Kunde nur eine Packung abgegeben.

Die Drogeriekette dm rechnet damit, voraussichtlich kommenden Dienstag die ersten Selbsttests verkaufen zu können. Bei Müller sollen sie ebenso ab kommender Woche erhältlich sein, bei Rossmann ist es laut Unternehmensangaben voraussichtlich ab Mitte kommender Woche soweit. Konkrete Preise nannten die Drogerieketten nicht.

Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) macht noch keine Angaben dazu, wann genau die Selbsttests in die Apotheken kommen.

Unabhängig von den Selbsttests, die man sich im Handel kaufen kann, soll jede Bürgerin und jede Bürger mindestens einmal pro Woche einen kostenlosen Schnelltest durch geschultes Personal machen lassen können – etwa in Apotheken, Arztpraxen oder Testzentren. Ab dem 8. März übernimmt der Bund dafür die Kosten, das wurde beim Bund-Länder-Treffen am 3. März beschlossen. Diese Maßnahme als Teil der nationalen Teststrategie soll bis Anfang April schrittweise umgesetzt werden. Die genaue Umsetzung obliegt den Ländern.

Wie funktionieren Corona-Selbsttests?

Eigentlich gibt es bei den Selbsttests keine großen Stolperfallen. Folgt man der Anleitung Schritt für Schritt, sollte es keine Probleme geben. Saubere Hände und eine saubere Oberfläche für das Testmaterial sind wichtig, um die Proben nicht zu kontaminieren.

  1. Für gewöhnlich muss man vor der Anwendung des Tupfers eine Lösung in ein Plastikröhrchen träufeln, das sich später mit dem Nasensekret mischen soll.
  2. Nun den Tupfer vorsichtig in zuerst ein Nasenloch schieben – bis zum Anschlag. Fünf Mal soll laut der Anleitung für den Corona-Selbsttest der Tupfer in jedem Nasenloch gedreht werden.
  3. Danach steckt man ihn in das vorbereitete Plastikröhrchen. Ein paar Mal den Tupfer darin kreisen, eine Minute einwirken lassen
  4. Die Stoffspitze ausdrücken und schließlich vier Tröpfchen aus dem Röhrchen auf die Testkassette träufeln.

Diese ganze Prozedur – vom Auspacken des Materials bis zum Aufträufeln – dauert keine fünf Minuten. Nun heißt es warten, und zwar genau eine Viertelstunde lang. Am besten, Sie stellen sich einen Timer.

Was ist bei Kindern zu beachten?

Gerade für die Kleinen kann der Nasenabstrich unangenehm sein. „Selbst wir in der Praxis haben dabei manchmal Probleme und für Eltern wird das in vielen Fällen sehr schwierig und manchmal gar nicht möglich sein, weil die Gegenwehr zu groß ist“, erklärt der Berliner Kinderarzt Jakob Maske. Das erhöhe auch die mögliche Fehlerquote beim Abstrich und damit auch beim Testergebnis. Wichtig ist aus seiner Sicht: Wenn das Kind sich sehr wehrt, sollte man von dem Abstrich absehen. „Wir machen den Abstrich manchmal im Liegen, weil es für die Kinder so angenehmer ist“, sagt Maske.

Neben der richtigen Technik ist bei Kindernasen besondere Vorsicht beim Einführen des Tupfers geboten. „Man kann, gerade bei Infekten, wo die Schleimhaut sowieso so empfindlich ist, schnell Nasenbluten auslösen. Das ist nicht schlimm in der Regel, versetzt Eltern aber oft in Panik“, sagt der Kinderarzt, der das Testen von Kindern zu Hause generell kritisch sieht.

Was sagen Experten zur Anwendung durch Laien?

Experten wie die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek sehen bei der Handhabung durch Laien wenig Probleme. Einen Abstrich aus der vorderen Nase bekomme jeder hin, sagte sie im NDR-Podcast „Coronavirus-Update“.

Aber es gibt auch mahnende Stimmen. So warnt der Freiburger Medizinstatistiker Gerd Antes: Nicht nur die Tests seien verschieden, sondern auch die Selbsttester agierten sehr unterschiedlich. Der entscheidende Faktor ist am Ende wie so oft der Mensch. Er muss den Antigen-Schnelltest nicht nur korrekt verwenden, sondern mit dem Ergebnis auch verantwortungsvoll umgehen.

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Bei positivem Ergebnis in Quarantäne begeben

Wenngleich nur ein PCR-Test – der „Goldstandard“ in der Diagnostik – absolut zuverlässige Ergebnisse liefert: Zeigt Ihr Corona-Selbsttest „positiv“ an, gilt es, sich sofort zu isolieren.

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Negativ-Ergebnis ist kein Freibrief für abstandsloses Zusammensein

Ein negatives Ergebnis ist kein Freibrief für lange Umarmungen und abstandsloses Zusammensein. Es gilt weiterhin, auf Hygieneregeln zu achten. Zumal die Schnelltests nicht zu 100 Prozent verlässlich sind. Sie schlagen am besten bei einer hohen Virenlast an. Das heißt: Menschen, die stark ansteckend sind, erkennen sie recht zuverlässig. Doch auf Infizierte mit geringer Virenlast – etwa zu Beginn oder beim Abklingen der Erkrankung – schlagen die Selbsttests womöglich nicht aus.

Deshalb warnte auch das Robert-Koch-Institut (RKI) kürzlich vor einer Überschätzung von Corona-Selbsttests in der Pandemie-Bekämpfung. Sie seien „keine Wunderwaffe“, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler. Die Erwartung, dass man sich für bestimmte Situationen „freitesten“ könne, sei nicht hundertprozentig zu erfüllen. Ein negatives Ergebnis sei eine Momentaufnahme und schließe eine Infektion nicht aus.

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Das Angebot wächst

Laut dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) liegen aktuell rund 50 Anträge von Herstellern von Corona-Selbsttests auf Sonderzulassungen vor. Sieben Tests haben die Sonderzulassung bereits erhalten. Die Behörde hat dafür in erster Linie nachgeprüft, ob auch Menschen ohne medizinische Fachkenntnisse die Tests korrekt anwenden können.

Wie viele weitere Tests in den Handel kommen werden, sei jedoch nicht abzusehen. Es hänge unter anderem von der Qualität der eingereichten Unterlagen ab, teilt eine Sprecherin des BfArM mit. Es sieht aber sehr danach aus, dass das Angebot wachsen wird, und damit auch die Verfügbarkeit.

mit Material von dpa

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