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Verspannungen, Müdigkeit, schwaches Immunsystem

Was die Zähne mit Gesundheit & Fitness zu tun haben

Gesunde Zähne und ein gerades Gebiss sind ein Schönheitsideal. Oft unterschätzt: Auch unsere Leistungsfähigkeit, das Wohlbefinden und die Widerstandskraft hängen eng mit der guten Mundgesundheit zusammen Foto: iStock/Getty Images
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Andauernde Nackenschmerzen, Verspannungen am Morgen, wiederkehrende Erkältungen und eine schwache Ausdauer: Probleme, die sehr viele von uns kennen. Den Weg zu einem Zahnmediziner würden DESWEGEN jedoch die wenigsten antreten. Ein Fehler, wie Sportzahnarzt Dr. Siegfried Marquardt erklärt!

Leistungs- und Profisportler haben neben dem obligatorischen Physiotherapeuten und einem Allgemeinmediziner auch immer häufiger einen Zahnarzt im Team. Aus gutem Grund: Die Zahngesundheit hat einen großen Einfluss auf die sportliche Leistung.

Mehr noch: „Auch die Ursache von weitverbreiteten Leiden wie Rückenschmerzen ist nicht selten in unseren Mündern zu finden“, sagt Dr. Marquardt aus Tegernsee, der u.a. die deutsche SkiCross-Nationalmannschaft und den Deutschen Skiverband als Team-Zahnarzt betreut.

Zwei Zusammenhänge werden häufig übersehen:

1. Entzündungen schwächen uns

Eine Zahnfleischentzündung bedeutet, dass unser Körper an dieser Stelle gegen Bakterien kämpft. Je stärker sich die Bakterien vermehren, desto mehr macht dieser Zustand unserem Organismus zu schaffen.

Der Zahn-Experte erklärt: „Schon eine normale Zahnfleischentzündung schwächt den Körper. Schlimmer wird es, wenn die Bakterien auf Zahn und Kieferknochen übergehen. Dann sprechen wir von einer Parodontitis. Sie sorgt dafür, dass sowohl unsere Immunantwort als auch die allgemeine Leistungsfähigkeit rapide sinkt.“

Andauernde Entzündungen im Mundraum rauben dem Körper Energie, da er gegen die eindringenden Bakterien kämpft. Dann fehlen Ausdauer und Power beim Sport und auch klassische Krankheitserreger können nicht mehr mit voller Kraft bekämpft werden!
Foto: iStock/Getty Images

Die regelmäßige, tägliche (!) Zahnpflege zu Hause ist elementar – wie sie richtig geht, erfahren Sie hier. Dazu empfiehlt Dr. Marquardt überdies die professionelle Zahn- und Mundreinigung. „Das reduziert das Risiko einer (schweren) Zahnfleischentzündung erheblich!“

Beachten Sie: Auch ohne Beschwerden sollten Sie mindestens einmal im Jahr zur Zahnvorsorge gehen.

2. Zahnfehlstellungen verursachen Schmerzen

… bis hin zu Balance-Schwierigkeiten!

Marquardt schätzt, dass 50 bis 60 Prozent aller Beschwerden im Rücken von Zahnfehlstellungen (zumindest mit-)verursacht werden! Und das kommt so: Die Muskeln in unserem Körper hängen zusammen – vom Scheitel bis zur Sohle. Stimmt etwas an einer Stelle nicht, hat das Auswirkungen auf die gesamte Muskelkette. Der Zahnexperte weiß: „Wenn das Gebiss nun nicht gleichmäßig zusammenarbeitet, also wenn sich nicht alle Zähne beim Zusammenbeißen gleichzeitig berühren, dann müssen die Kiefermuskeln dieses suboptimale Zusammenspiel ausgleichen“ – und zwar jedesmal, wenn wir zubeißen oder die Zähne zusammenbeißen.

An einem stressigen Arbeitstag, beim Träumen oder in Zeiten hoher Konzentration kann das ein Dauerzustand sein. Die Muskeln im Kiefer, die dann längere Zeit unbalanciert arbeiten, wirken auf die Muskelkette ein, verkrampfen und Schmerzen im Nacken, im Rücken oder sogar in der Hüfte entstehen.

Sie fühlen sich nach dem Aufwachen gerädert oder haben nach Ihrem Arbeitstag am Laptop Schmerzen im Rücken, obwohl Ihre Arbeitshaltung eigentlich in Ordnung ist? Das können die Zeichen für eine Gebissfehlstellung sein
Foto: iStock/Getty Images

Wohin wende ich mich? Wie kann ich die Probleme loswerden?

„Solche Fehlstellungen erkennt der Zahnarzt. Fragen Sie, ob in Ihrer Praxis eine Funktionsanalyse und -therapie durchgeführt werden kann. Mit Analysen, Tests und Zahnabdrücken erkennt der Experte – zumeist in Kooperation mit einem Physiotherapeuten oder Orthopäden – wo nachjustiert werden muss. Das passiert in der Regel über eine Schiene, die beim Schlafen oder auch beim Arbeiten getragen werden kann. Sie korrigiert die Fehlbelastung beim Zubeißen und Patienten spüren sofort eine Verbesserung ihrer Beschwerden“, erklärt Dr. Marquardt.

Eine Fehlstellung im Gebiss kann sich auf den kompletten Bewegungsablauf auswirken. Dr. Marquardt: „Bei Profisportlern sieht man das recht häufig: Wenn ein eigentlich talentierter und gut trainierter Skifahrer beispielsweise die Linkskurve perfekt nimmt, es rechts aber immer wieder zu Fehlern kommt, kann eine Funktionszahnschiene dafür sorgen, dass plötzlich auch die Rechtskurve perfekt klappt.“

Die perfekte Rechtskurve ist Ihnen egal? Das mag sein. Auch wenn Sie keine sportlichen Extremleistungen bringen müssen, sollten Sie daran denken, dass Ihr Bewegungssystem bei jedem Schritt und in jeder Minute möglichst ausbalanciert sein sollte. Über Jahre hinweg können sonst Fehlhaltungen, chronische Schmerzen und einseitige Abnutzungserscheinungen im gesamten Bewegungsapparat entstehen.

Auch interessant: Wie Sport die Darmgesundheit beeinflusst

Vorbeugen – so geht’s!

Wie wird Zahnseide eigentlich richtig angewendet? Antworten auf alle Fragen zur guten Mundhygiene gibt’s HIER – bei der DAK-Gesundheit
Foto: iStock/Getty Images

Beachten Sie: Gebiss-Fehlstellungen sind häufig erblich bedingt. Hier hilft nur, aufmerksam zu bleiben, Verspannungen zu hinterfragen und im Zweifelsfall eine Zahnfunktionsanalyse machen zu lassen. Während stressiger Phasen ist es immer gut, sich Entspannungspausen zu gönnen und immer wieder zu checken, ob man nicht unbewusst den Kiefer zusammenpresst und anspannt. Nicht umsonst wirkt das bewusste Lockerlassen des Kiefers beruhigend und entspannend auf uns.

Für eine gute Zahngesundheit empfiehlt der Experte:

  • Gesunde und ausgewogene Ernährung.
  • Regelmäßige Bewegung.
  • Vorsicht beim gemeinsamen Haushalt in Bezug auf die Nutzung von Besteck, Geschirr, Zahnbürsten etc. – die Übertragungsrate von Mundbakterien ist relativ hoch (Hinweis für alle Turteltauben: Auch Küssen ist problematisch – allerdings nur, wenn bei einer Person Parodontose verursachende Keime im Mund schon verstärkt auftreten).
  • Nach dem Essen die Mundflora mit Wasser neutralisieren und nicht sofort die Zähne putzen (mind. 30 min. nach dem Essen warten!).
  • Sinnvoll: eine Blutbildanalyse und genaue Untersuchung der Mineralien und des Vitamin-D-Stoffwechsels im Körper.
  • Und natürlich: sorgfältig Zähneputzen („von rot nach weiß“), Zahnseide benutzen und auch die Zunge regelmäßig reinigen.
  • Optional, jedoch zu empfehlen: jeden Morgen Öl-Ziehen.

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