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So zwickt's nie wieder im Rücken

Sieben Tipps zur Selbstheilung vom Physio-Guru

Rücken-Entzücken: Mit einer Kombi aus Sport, Dehnen und Relax-Massage kommt der Schmerz erst gar nichtFoto: shutterstock
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Handy-Nacken, Hexenschuss, herausgesprungene Bandscheibe. Jeder siebte Deutsche leidet unter chronischen Rückenschmerzen! Volkskrankheit Nummer 1! Ratlose Ärzte, überquellende Physiopraxen. Mit diesen sieben Tipps von Berlins beliebtestem Physiotherapeuten helfen Sie sich selbst!

„Ich habe Rücken.“ So sprach Harpe Kerkeling alias Horst Schlämmer im Film „Isch kandidiere“ Millionen Deutschen schon vor zehn Jahren aus der Seele. Wie aus dem aktuellen DAK-Gesundheitsreport hervorgeht, sind die Krankenhausbehandlungen um 80 Prozent gestiegen  – seit 2007! So viele gab es noch nie! Was wirklich hilft und was Sie selbst tun können, weiß der Berliner Herzblut-Physiotherapeut Lloyd Lawson. Sein Erfolgsrezept: Zuhören und Hinsehen. Auf jedes Problemchen eingehen, denn es kann Auslöser sein für große Schmerzen. Das ist der Schlüssel seiner Behandlung – und beschert ihm eine übervolle Praxis und ausschließlich gute Bewertungen im Netz. Mit seinen sieben Tipps wird sich garantiert alles wieder einrenken!

1. Den Gürtel locker schnallen!

Physiotherapeut Lloyd LawsonFoto: privat

Rückenschmerzen sind die neuen Kopfschmerzen. 70 Prozent der Patienten von Physiotherapeut Lawson kommen in die Praxis, weil der Rücken zwickt! „Je nach Beruf liegt bei Büroleuten und Studenten der Schmerz meist im Hals- oder Brustwirbelbereich“, so Lawson. Das kommt von einer schlechten, nach vorne gebeugten Haltung. Aber auch ein starker Rücken kennt Schmerzen! Der Körperexperte erklärt: „Läufer, zum Beispiel, klagen oft über Schmerzen im Lendenwirbelbereich. Das liegt daran, dass die hintere Beinmuskulatur am unteren Rücken ansetzt und oft verkürzt ist.“

Vom Trapez- bis zum Rautenmuskel – jeder noch so kleine Muskel hat eine große Aufgabe: Alle Rückenmuskeln hier im Überblick:

Lawsons Ansatz: „Ich gehe der Ursache an der Muskulatur auf den Grund.“ Diese ist der häufigste Auslöser für Beschwerden, denn mangels Dehnung ist ein Muskel oft nicht flexibel genug. Er vergleicht: „Ein zu fester Muskel verhält sich wie ein zu fest geschnürter Gurt.“ Er braucht wieder mehr Platz. Bei vielen Kraftsportlern sei dieses Phänomen zu beobachten. Beispielsweise der Brustmuskel: “Es gibt eine große Masse an Muskeln, die aber nicht dehnbar und flexibel ist. Der Brustmuskel ist verkürzt und zieht den oberen Halswirbel- und Brustwirbelbereich nach vorne. Die Folge sind nach vorne gezogene Schultern.“

2. Erst alle Muskeln aufbauen, dann den einzelnen!

Laut Lawson gibt es zwei Arten von Patienten: „Der sportliche Typus, der sich aber einseitig bewegt in seiner Sportart. Hier helfen oft bestimmte Dehnungen oder Übungen, die den Ausgleich wieder herstellen.“ Das Grundgerüst sei aber hier schon geschaffen. Anders ist es bei den Männern und Frauen, die praktisch keinen Sport machen: „Hier geht es erst mal darum, mit einem gezielten Krafttraining Muskeln aufzubauen.“ (siehe hier auch Arthur Heins Trainingsplan für Einsteiger ).

Effektiv und ohne Gerät: Liegestütze stärken den gesamten MuskelapparatFoto: shutterstock

Lawson weiß: „Unsere Muskeln arbeiten im Verbund! So ist ein trainierter Oberschenkelmuskel oder Bauch genauso essenziell für den gesunden Rücken wie das Training am Rücken selbst. „Sie müssen nicht unbedingt Mitglied in einem Fitnessstudio sein. Auch ohne Geräte und mit dem eigenen Körpergewicht können Sie viel machen. „Beginnen Sie mit einfachen Übungen: Liegestütze, Planks, Kniebeugen, Ausfallschritte.“ Am Anfang so viele Sie schaffen – setzen Sie Ihre Ziele zu Beginn nicht zu hoch. Denn das Nichterreichen der Ziele wirkt demotivierend und endet in Frustration. Langsam steigern. „Nach zwei Wochen werden Sie schon einen Unterschied sehen“, versichert der Physiotherapeut.

3. Dehnen ist so wichtig wie das Kuscheln danach!

Die Antwort auf viele Rückenprobleme heißt: Dehnen! „Das gilt für jede Art der muskulären Betätigung! Wer nach dem Laufen sofort unter die Dusche geht, hat einen wesentlichen Teil übersprungen: „Sie müssen den Muskel pflegen, den sie gerade beansprucht haben. Das ist ein bisschen wie Kuscheln nach dem Sex. So viel Liebe brauchen auch Ihre Muskeln“, sagt der Physiotherapeut lächelnd. Schwitzen alleine reicht leider nicht. „Das nervt vielleicht manchmal, ist aber immer noch besser als ein eingeklemmter Nerv oder sich steif zu fühlen!“

Am wichtigsten ist für den gesunden Rücken: ein dehnbarer Rückenstrecker, der lange Muskel, der beidseitig entlang der Wirbelsäule vom Becken bis zum Kopf verläuft und für die Aufrichtung des Körpers zuständig ist. Selbsttest: Wenn Sie bei gestreckten Beinen mit Ihren Händen nicht mehr die Füße berühren können und an Ihren Knien oder Schienbeinen Schluss ist, heißt es, dass Ihre hintere Beinmuskulatur und auch teilweise der Rückenstrecker bereits verkürzt sind. Das schreit nach Dehnung!

Speziell für Dehn-Muffel: Lawsons acht goldene Stretch-Übungen, die sogar eingeklemmte Nerven befreien können:

4. Fußball statt Playstation!

„Das große Problem unserer Gesellschaft ist, dass wir vergessen, im Alltag mobil zu sein. Wir sitzen, denken, diskutieren, sinnieren. Aber wir bewegen uns nicht mehr.“ Physiotherapeut Lawson ist überzeugt, dass Körper und Geist eine Einheit bilden: „Das ist kein hohes Latein: Es ändert sich vieles, wenn Sie einfach die Monotonie vermeiden. Ändern Sie im Büro oft Ihre Sitzposition. Nehmen Sie sich einen anderen Stuhl. Setzen Sie sich mal auf ein Keilkissen. Gehen Sie Treppen, anstatt auf den Lift zu warten. Setzen sie Ihrer Rückenmuskulatur neue Reize!“

Was zählt ist die Abwechslung, die Agilität: „Machen Sie es wie die Kinder, die den ganzen Tag rennen und herumhüpfen. Bewegung ist nie peinlich“, ergänzt der Experte. „Jede Form von Bewegung  und Aktivität, die eine Abwechslung bringt, empfehle ich.“ Und zwar von Kindheit an: „Fußball statt Playstation! Wenn es in der Kindheit schon an Bewegung fehlt, ist es später doppelt so schwer, sich aufzuraffen oder gar Spaß daran zu haben“, warnt Lawson.

5.  Die Muskeln wie Wolle „entfilzen“!

Bei schmerzendem Rücken hilft nicht jeder Sport: „Um die Rückenmuskulatur wieder weicher zu machen, empfehle ich Sportarten, die eine Dehnung oder eine Streckung beinhalten“, sagt Lawson. Ein guter Rückensport sei Schwimmen, aber auch Yoga oder Pilates.

Perfekt für die schnelle Schmerzlinderung: die Muskeln ausrollen mit der Faszienrolle

Geheimtipp für den Schmerzrücken: die Faszienrolle! Faszien sind Bindegewebe, die sich wie ein Schutzpolster um Muskeln, Sehnen und Knochen legen. Bei Bewegungsmangel, Stress oder Überlastung können sie „verkleben“ oder „wie Wolle verfilzen“. Besonders Nacken, Schulter und Rücken sind oft betroffen. Die Faszienrolle (Blackroll) ist eine Rolle aus hartem Schaumstoff, die durch Ausroll-Übungen den Schmerz lindert oder sogar löst. Viele Patienten schwören drauf, weil durch das Ausrollen sofort eine spürbare Besserung eintritt – ähnlich wie bei einer guten Massage. Und viel günstiger.

6. Verinnerlichen wie im Gebet!

Wer dauerhaft aufrecht stehen will, muss auch dranbleiben! „Der größte Fehler ist, den Rücken zu vernachlässigen, sobald es besser wird.“ Das betont der Physiotherapeut in seiner Praxis immer wieder. „Sie müssen sich stetig mit Sport/Bewegung, Dehnungen und kleinen Übungen zwischendurch um Ihren Rücken kümmern. Präventiv und nicht erst wenn der Schmerz kommt!“

Ausschlaggebend dabei: Es müssen keine Quantensprünge sein! Ein bis zwei Sporttage die Woche festlegen. „Fragen Sie sich: Was kann ich schaffen? Was kann ich durchhalten? Nehmen Sie den Rücken mit in Ihren Alltag, integrieren Sie ihn in Ihren Tagesablauf. So werden Sie sich automatisch steigern“, verspricht Lawson.

Jeder Rücken ist anders und muss individuell „gepflegt“ werdenFoto: shutterstock

7. Jeder Rücken ist einzigartig!

Gibt es das Lawson-Erfolgsrezept? „Ich war in der Physio-Ausbildung nie der Beste. Was ich aber gut kann, ist mich in Leute hineinversetzen. Bei jedem Patienten fange ich wieder ganz von vorne an.“ Für Lawson ist jeder einzigartig und verdient einen frischen und neugierigen Blick. Nur so lassen sich Probleme finden und lösen. „Die Diagnosen von vielen Orthopäden sind leider oft unpräzise und allgemein gehalten.“ Hier würde er sich mehr Korrespondenz und Austausch mit den jeweiligen Ärzten  – zum Wohle des Patienten – wünschen. Für Lawson ist ein guter Physiotherapeut einer, der sich in seiner Behandlung flexibel zeigt. „Meine Diagnose beginnt mit dem Reinkommen der Patienten. Schon am individuellen Gangbild kann ich viel sehen“, so der Profi.

Jeder Körper ist besonders und jeder Rücken für anderes empfänglich! Als solches sollten wir ihn behandeln, aufmerksam und achtsam auf ihn eingehen. Das möchte Lawson seinen Patienten vermitteln und diesen Respekt zollt er auch in seiner Praxis jedem. Denn er weiß: So wird sich der Rücken auch dankbar zeigen! Und so wird man zum beliebtesten Physiotherapeuten!

Rückencheck: so unterstützt die Kasse!

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