Gesundheitspartner
von FITBOOK

Anzeige

Füreinander da sein

Warum Familie das Wichtigste ist

Auch wenn es mal nicht so gut läuft: Für die meisten Deutschen ist Familie das Wichtigste
Foto: Unsplash

In allen Lebensphasen füreinander da sein: Nicht immer die einfachste Aufgabe. Für unsere Familien meistern wir sie meist bravourös – und erhalten dafür das Wertvollste, das es gibt: Liebe und Geborgenheit.

Familien brechen auseinander, die einzigen, auf die wir noch zählen, sind wir selbst? Falsch. Auch wenn Meldungen von einer steigenden Anzahl an Scheidungen und Alleinerziehenden Panik verbreiten: 2016 waren 61 Prozent der Deutschen davon überzeugt, ihre Familien halten fest zusammen. Im Jahr 2009 waren das nur 20 Prozent. Gleichzeitig ist für 79 Prozent der Deutschen die Familie am wichtigsten. Sie lässt damit Freundeskreis und Beruf weit abgeschlagen hinter sich – welche jeweils für nur 8 Prozent die größte Bedeutung haben. So geht es aus dem Zukunftsreport Familie 2030 des Instituts für Demoskopie Allensbach hervor.

Dieser bringt noch mehr zutage: Ebenfalls 79 Prozent der Bevölkerung geben an, die Familie vermittelt ihnen ein Gefühl der Sicherheit. Doch wie schafft es die Familie, ein solches Gefühl zu geben? Und nicht nur das: auch ein Gefühl der Wertschätzung und der Liebe, der Zusammengehörigkeit und des Vertrauens.

Was macht Familien aus?

Eines ist sicher: Aus gesellschaftlichen oder wirtschaftlichen Gründen ist es heute in den meisten Fällen nicht mehr notwendig, als Familie zusammenzuhalten. Dieser fehlende äußere Druck legt also nahe: Das ist unsere freie Entscheidung. In dieser kleinsten Zelle des gesellschaftlichen Miteinanders reden wir, wir streiten, treffen Entscheidungen, wir tragen Verantwortung, verbringen viel Zeit zusammen – wir lernen, miteinander zu leben. Dazu gehört auch, die Fehler anderer zu akzeptieren. Wir entscheiden immer wieder neu, wie wichtig oder auch unwichtig uns die Macke des anderen in bestimmten Momenten ist: Entfachen wir einen großen Streit, brechen gar mit dem Familienmitglied? Oder nehmen wir hin, dass das Gegenüber eine Sache anders bewertet oder Dinge auf eine andere Art macht? Meist fällt die Wahl auf Akzeptanz: Schließlich ist es die Familie.

Bei den meisten Deutschen steht Familie vor Freundeskreis und Beruf.
Foto: Unsplash

Werte: Warum Sie ein Teil von uns sind

Für die Gerontopsycholgin Prof. Dr. Katja Werheid sind es vor allem gemeinsame Werte, auf denen familiärer Zusammenhalt beruht. „Üblicherweise teilen wir gewisse Werte mit unseren Eltern, schließlich haben wir sie von ihnen mit auf den Weg bekommen“, sagt sie in ihrem Buch Nicht mehr wie immer. Wie wir unsere Eltern im Alter begleiten können. Ganz klar: Das Zuhause prägt – und das, was wir mitbekommen, integrieren wir in die eigene Familie. Im ersten Moment mag das irritieren. Schließlich haben wir uns doch emanzipiert von den Eltern mit ihren doch manchmal seltsam anmutenden Ansichten und Verhaltensweisen!

Doch schauen wir einmal genauer hin: Im Grunde leben wir diese Werte einfach nur in einer für uns passenden Form. Ist zum Beispiel das Streben nach finanzieller Sicherheit in der Familie ein wichtiger Wert, kann sich das in der Elterngeneration in Schuldenfreiheit und einer sehr sparsamen Lebensweise widerspiegeln, beim Sohn oder bei der Tochter aber auch in einem Eigenheim, das als Kapitalanlage dient. Die Werte Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit kommen ebenfalls oft in ganz unterschiedlichem Gewand daher: „Die einen versuchen, möglichst bescheiden aufzutreten und meiden jegliche Übertreibung, die anderen wettern laut und entschieden gegen Missstände“, sagt Prof. Werheid. Auch das Zusammenhalten selbst ist ein solcher Wert: Meist setzt sie sich über Generationen hinweg fort, diese Selbstverständlichkeit, gemeinsam auch schwierige Phasen zu erleben – und trotzdem beisammen zu bleiben.

Gemeinsame Familienwerte können sich bei jedem anders widerspiegeln.
Foto: Unsplash

Wenn Eltern älter werden

Solche Gemeinsamkeiten mit den Eltern sind meist erst mit Abstand erkennbar – nämlich dann, wenn genügend Distanz zu kindlichen Wahrnehmungen und Automatismen da ist. Dann aber sei das Besinnen auf diese Werte besonders wichtig, so Prof. Werheid. Wenn die Eltern älter werden, sind sie ein Instrument, um in einem veränderten Rollenmodell zusammenzufinden. In einem Modell, in dem die Eltern zunehmend hilfsbedürftig werden und die Kinder die Verantwortung übernehmen.

Denn alte Eltern bedeuten nicht nur Pflege. Sie bedeuten auch, die Leben wieder näher zusammenzuführen, das Gemeinsame wieder stärker zu erleben. Prof. Werheid sagt: „Bindung lebt von gemeinsamen Werten und positiven Erlebnissen.“ Das eine zeigt sich immer auch im anderen. Das Anschauen von Fotoalben, gemeinsames Backen oder Spazierengehen, vielleicht sogar ein gemeinsamer Urlaub: Lassen wir Rituale aufleben, die unsere Kindheit geprägt haben, schenken wir damit nun unseren Eltern das Gefühl des Vertrauten und der Geborgenheit. Wir lassen für uns wichtige Werte aufleben mit Menschen, mit denen wir diese seit je her teilen. Und gestalten damit gleichzeitig die Einzigartigkeit unserer Familie, für die wir uns immer wieder ganz bewusst entscheiden.

 

Themen


Anzeige