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Hormone und Ernährung

Lassen sich Zyklusbeschwerden wegessen?

Tomatensuppe mit Basilikumschaum
Auch abseits von angeblicher Wirkung auf Hormone lecker und gesund: Tomatensuppe mit Basilikumschaum.
Foto: Lukas Lorenz

Essen nach dem weiblichen Zyklus - oder umgekehrt: Den Zyklus und die damit einhergehenden Beschwerden kann man durch die richtige Ernährung beeinflussen. Diese Idee verfolgen manche Kochbücher. Alles Hokuspokus, oder ist da was dran?

Grapefruit-Carpaccio mit Fencheltatar und Pistazien – klingt nach einer raffinierten Vorspeise. Das Gericht soll sich aber auch positiv auf den weiblichen Hormonhaushalt auswirken und etwa zyklusbedingte Beschwerden lindern. So jedenfalls steht es in dem Buch „Eat like a woman“ von Andrea Haselmayr, Denise Rosenberger und Verena Haselmayr. Ihre Botschaft: Ein harmonischer Zyklus und eine möglichst schmerzfreie Periode sind möglich – mit gezieltem Essen und einer bewussteren Wahrnehmung dessen, was der Körper braucht.

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Die drei Österreicherinnen sind nicht die Ersten, die so ein Konzept vermarkten. Wellen schlug schon vor Jahren das Buch „Woman Code“ der Amerikanerin Alisa Vitti. Und es gibt noch weitere Ratgeber, die sich mit Essen für einen ausgeglichenen Hormonhaushalt beschäftigen. „Das ist allemal besser, als bei Regelbeschwerden eine Schmerztablette einzunehmen“, findet Autorin Andrea Haselmayr.

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Magnesiumreiches Essen soll gegen Krämpfe helfen

Sie rät etwa bei Menstruationskrämpfen, magnesiumreich zu essen. Denn das wirkt krampflösend. In rohem Kakao zum Beispiel steckt nicht nur Magnesium, sondern auch das blutbildende Eisen. Auch Bananen enthalten Magnesium, weshalb sich im Buch ein Rezept für Schokobananen mit Heidelbeer-Semifreddo und Blüten findet.

Tatsächlich gibt es Zusammenhänge zwischen Hormonen und der Ernährung. Bei vielen Frauen fallen während ihrer Tage die Hormone ab, erklärt Prof. Vanadin Seifert-Klauss, Endokrinologin an der Frauenklinik und Poliklinik der Technischen Universität München: „Sie haben dann manchmal Heißhunger auf etwas Kohlenhydratreiches, unter Umständen auch auf etwas Süßes.“ So greifen Frauen auch schon mal ganz intuitiv zu Schokolade.

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Lässt sich der Zyklus mit Nahrungsmitteln beeinflussen?

Verallgemeinern lässt sich aber nicht, dass Frauen ihren Hormonspiegel oder Zyklus mit bestimmten Nahrungsmitteln beeinflussen können, sagt Prof. Andreas Pfeiffer, Ernährungsmediziner und Endokrinologe an der Charité Universitätsmedizin Berlin. „Hierfür ist derzeit die wissenschaftliche Beweislage zu dünn.“ Das gilt auch für die Aussage, dass sich mit bestimmtem Essen Regelbeschwerden bekämpfen oder gar verhindern lassen.

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Mangel an Vitamin D, Eisen und Jod kann Fruchtbarkeit herabsetzen

Ähnlich äußert sich Christian Albring, Präsident des Berufsverbands der Frauenärzte: „Bekannt ist, dass etwa ein Mangel an Vitamin D, Eisen und Jod die Fruchtbarkeit herabsetzen kann“, sagt Albring. Über- und Untergewicht können sowohl bei Zyklusstörungen als auch bei unerfülltem Kinderwunsch beteiligt sein. Deshalb sollten sich Frauen bewusst und gesund ernähren – mit viel Salat, Gemüse, Obst und mit Vollkornprodukten.

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Kümmel, Schafgarbe, Frauenmantel, Kamille gegen Regelschmerzen

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Gynäkologe Albring bestätigt, dass Heiltees bei leichteren Zyklusbeschwerden helfen können – ebenso wie Arzneimittel auf pflanzlicher Basis. Doch gerade von Medikamenten wollen Haselmayr und ihre Mitautorinnen bei Regelschmerzen weg. „Wir wollen mit unserem Buch alte Denkweisen hinterfragen und Frauen ermuntern, sich von neuen Ansätzen inspirieren zulassen“, sagt Haselmayr.

Jede Frau sollte für SICH herausfinden, was IHR gut tut

Dazu gehört auch, sich selbst gegenüber mehr Achtsamkeit zu entwickeln. Also: sich bewusst ernähren, bewusst leben und für sich herausfinden, was einem gut tut. „Hierbei kann auch ein Zyklus-Tagebuch helfen, in der eine Frau notiert, was ihr in welcher Situation gut getan hat“, sagt Hormonspezialistin Seifert-Klauss.