Kaffee kann viel mehr als wach machen

‚Besser nur wenig Kaffee trinken‘, sagte und dachte man früher. Dabei spricht – so lange man den säurehaltigen Wachmacher gut verträgt – nichts dagegen, sich regelmäßig ein Tässchen zu gönnen. Im Gegenteil! „Kaffee, das kann man so sagen, hat für die Gesundheit mehr Vor- als Nachteile“, sagt Prof. Martin Scherer, Direktor des Instituts und der Poliklinik für Allgemeinmedizin Hamburger Uniklinikum Eppendorf.

Kaffee knipst das Licht an!

Das in Kaffee enthaltene Koffein gehört zu den wenigen Substanzen, die über das Blut ins Gehirn gelangen können. Dort hemmt es das Hormon Adenosin, das den Körper auf Dunkelheit einstellt. Man könnte sagen:  Dieser Effekt macht sich unmittelbar bei der Arbeit oder vergleichbaren Situationen, in denen Konzentration gefragt ist, bezahlt. „Wer vor lauter Müdigkeit zur Tasse greift, verbessert Reaktionszeit, Aufmerksamkeit, logisches Denken – sprich sämtliche Abläufe, die mit Intelligenz in Zusammenhang gebracht werden“, erklärte Harris Lieberman, Umweltmediziner bei der US-Army, in einem Interview mit dem Nachrichtensender CNN. Eine britische Studie ergab außerdem, dass vor allem Frauen nach einer Tasse Cappuccino und Co. sechsmal so konzentriert und leistungsfähig sind wie vor dem Koffeingenuss.

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Etwa vier Tassen Kaffee darf man täglich ohne schlechtes Gewissen genießen, schädlich ist er Studien zufolge nur für sehr wenige Menschen. Schwangere in den ersten beiden Trimestern, ebenso Magenkranke, sollten nicht allzu viel davon trinken

Foto: Getty Images

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Krankheiten vorbeugen

Kaffee soll über 1000 weitere Stoffe enthalten, die im Körper aktiv werden. Darunter Antioxidantien, die der Zerstörung von Zellen entgegenwirken und beispielsweise die Leber schützen, erläutert Scherer. Außerdem entwickeln Menschen, die ein paar Tassen Kaffee am Tag trinken, seltener Prostatakrebs, Hautkrebs oder Leukämie. „Ob das allerdings am Kaffee selbst liegt, oder ob diese Menschen auch gesünder leben, wissen wir nicht.“

Zumindest legen mehr und mehr wissenschaftliche Studien nahe, dass an den gesundheitsfördernden Eigenschaften von Kaffee etwas dran ist. So soll sein Konsum sich positiv auf das Gehirn auswirken, wissen etwa Forscher der University of South Florida. „Täglich eine vernünftige Menge Koffein zu sich zu nehmen, kann eine Alzheimer-Erkrankung verhindern“, erklärte Dr. Chuanhai Cao dem Online-Portal der USF Health. Nach dem 65. Geburtstag sei es zwar zu spät, mit der Vorbeugungsmaßnahme anzufangen, der Ausbruch der Krankheit lasse sich aber auch dann noch deutlich hinauszögern, erklärt der Neurowissenschaftler.

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Wie viel ist zu viel Koffein?

Übertreiben sollten Sie es mit der schwarzen Bohne nicht: Koffein kann nämlich auch abhängig machen, beim Absetzen drohen Kopfschmerzen und Nervosität. Die Dosis macht’s.  Das entspricht etwa vier Tassen Filterkaffee (200ml) oder vier starken Espressi (à 60ml).

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