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Schon gewusst?

Das Essen des Apfel-Kerngehäuses kann gut sein für den Darm

Drei Äpfel
In Äpfeln stecken meist über 100 Millionen Bakterien. Ist das ein Problem?Foto: Getty Images

In einem Apfel sind in der Regel über 100 Millionen Bakterien. Aber sind die auch schädlich? Die Antwort ist eine Frage: Haben Sie Bio gekauft oder nicht?

Äpfel sind gut für unsere Gesundheit, das wissen wir schon lange. Äpfel mit vielen Polyphenolen – in der Regel die „alten“ Apfelsorten wie „Berlepsch“ oder „Boskoop“ – gelten dabei als besonders gesund. Aber wie geht man jetzt mit der Info um, dass auf bzw. in einem Apfel in der Regel mehr als 100 Millionen Bakterien anzutreffen sind? Relativ entspannt, vor allem dann, wenn man im Bio-Markt einkaufen geht. Der Hintergrund: Bakterien sind nicht gleich Bakterien.

Ein Forscherteam um Prof. Dr. Gabriele Berg von der Technischen Universität Graz hat sich mit Bakterien auf und in Äpfeln beschäftigt und ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift „Frontiers in Microbiology“veröffentlicht. Dabei haben sie unter anderem herausgefunden, dass ein Apfel eine regelrechte Brutstätte für Bakterien ist. So enthalte den Forschern zufolge ein durchschnittlich großer Apfel rund 114 Millionen Bakterien. Die meisten Bakterien würden sich im Gehäuse befinden, danach folgt das Fruchtfleisch, während gerade die Schale – vielleicht etwas überraschend – relativ wenig Bakterien aufweist. Wer den Kern beim Snacken auslässt, nimmt laut den Forschern rund zehnmal weniger Bakterien zu sich als Menschen, die das Gehäuse mitessen. Doch ist das in jedem Fall erstrebenswert?

Die Mischung macht’s

Das hängt der Studie zufolge von der Art des Apfels ab. Oder genauer gesagt: von der Anbauart des Apfels. Grundsätzlich gilt laut Prof. Berg: „Rohes Obst und Gemüse sind eine wichtige Quelle nützlicher Darmmikroben.“ Im Fall der untersuchten Apfelsorte („Arlet“) zeigte die Analyse, dass die Äpfel aus biologischem Anbau eine ausgewogenere Bakteriengemeinschaft (auch Mikrobiom genannt) aufwiesen, was potentiell krankmachende Bakterienstämme eher im Zaum hält. Eine solche gesunde Vielfalt konnte bei den Äpfeln aus herkömmlichem Anbau nicht festgestellt werden.

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Dazu kommt noch, dass Bio-Äpfel dank ihrer Bakterien besser schmecken könnten. So fand das Team um Prof. Berg heraus, dass die Äpfel aus ökologischem Anbau stärker von Methylobakterien besiedelt waren. Diese Bakterienart verstärkt im Fall von Erdbeeren die Biosynthese von Aromastoffen. Das hat zur Folge, dass Erdbeeren mehr nach Erdbeeren schmecken. Gut denkbar, dass dieser Wirkungsmechanismus auch bei Äpfeln greift.

Auch wenn die Ergebnisse spannend und vielversprechend sind, stehen die Forscher beim Zusammenhang zwischen Äpfeln und Bakterien noch am Anfang. Weitere Studien mit anderen Apfelsorten sind aber schon geplant.

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