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Neue Studie

Wie Fitnesstrainer mit bloßen Worten schaden können

Trainerin in einem Fitnesskurs
Die Studie zeigt, wie wichtig es aus Motivationssicht ist, jeglichen Scham-Aspekt aus dem Fitness-Kontext zu drängen
Foto: Getty Images

Eine Studie zeigt: Es macht einen großen Unterschied, wie ein Trainer seine Kursteilnehmer zu motivieren versucht. Wichtig ist, bitte nicht zu oberflächlich zu werden!

Der Ton macht bekanntlich die Musik. Und der sollte laut einer aktuellen Studie bei Fitness-Kursen besser auf oberflächliche Kommentare verzichten. Wie es besser geht, können Sie hier nachlesen.

Das hat die Studie untersucht

203 College-Studentinnen haben an einem 16-minütigen Kraft– und Ausdauerkurs teilgenommen, wie unter anderem das Wissenschaftsmagazin Science Daily berichtet hat. Die Teilnehmerinnen wurden nach dem Zufallsprinzip in zwei verschiedene Unterkurse eingeteilt. In dem einen schrie die Trainerin motivierende Sprüche, die auf das Aussehen gerichtet waren („Weg mit der Cellulite!”; „Diese Übung verbrennt das Fett in den Beinen“); in dem anderen waren die Kommentare deutlich funktionsorientierter („Mit dieser Übung werden eure Beine kraftvoller!“; „Denkt daran, wie stark ihr dadurch werdet!“).

Zwar hat sich in beiden Kursen das Körpergefühl im Vergleich zu vor dem Kurs verbessert. Doch nur in dem mit funktionsorientierten Sprüchen gab es eine signifikante Verbesserung in puncto positiver Körperwahrnehmung. Dasselbe Muster ergab sich, als die Teilnehmerinnen berichten sollten, wie sie sich nach dem Kurs fühlten.

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„Ziel unserer Untersuchung war es, herauszufinden, inwiefern sich die psychologischen Folgen eines Fitness-Kurses unterscheiden abhängig von der Tatsache, ob der Kursleiter seine Motivationssprüche auf gesundheitliche oder optische Vorteile bezieht“, erklärt Renee Engeln, Hauptautorin der Studie und Psychologie-Professorin am Weinberg College of Arts and Sciences at Northwestern.

Wie sehr sich auf psychologischer Ebene die Wortwahl der Trainerinnen auswirken kann, wurde nicht zuletzt dadurch deutlich, als die Probandinnen nach Kursende ihre Gefühlswelt mit genau drei Attributen zum Ausdruck bringen sollten.

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Weg mit der Scham

Und Engeln weiter: „Die Frauen in der Studie haben alle dieselben Übungen gemacht im selben Raum, mit derselben Musik. Allein durch ein abgeändertes Trainer-Skript kam es zu einem bedeutenden Unterschied in Sachen Gefühlslage nach Kursende.“

Das zeige der Expertin zufolge auf, wie wichtig es aus Motivationssicht sei, jeglichen Scham-Aspekt aus dem Fitness-Kontext zu schmeißen.

Klar kann es auf den ersten Blick hilfreich wirken, Menschen dadurch zu animieren, dass man auf ihre – oder geschlechtstypische – Problemstellen hinweist. Doch wenn sich die Teilnehmer – wie in dieser Studie gesehen – nach Kursende in ihrer eigenen Haut nicht wohl fühlen und in Zukunft einen Bogen ums Fitness-Studio machen, ist dadurch natürlich nichts gewonnen.