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Schmerz nach Training

Wie gefährlich ist eigentlich Muskelkater?

Mann massiert seine rechte Schulter
Muskelkater entsteht häufig durch eine Überlastung des Muskels. Je intensiver das Training, desto größer der Muskelkater.
Foto: Getty Images

Muskelkater können ganz schön fies sein. Jeder, der schon mal unter einem gelitten hat, kennt den Schmerz. Schon einfachste Bewegungen, wie Treppen steigen oder einen Pullover anziehen, können „dank“ ihm zur Qual werden.

Was alle Leidtragenden vereint, ist das erhabene Erfolgsgefühl, „etwas getan zu haben“. Der Schmerz impliziert, wir haben uns bestmöglich angestrengt und sind im Training bis ans Äußerste gegangen. Doch was bedeutet der Muskelkater wirklich? Ist er nun ein Anzeichen für Muskelwachstum? Und was lindert mehr: pausieren oder weiter trainieren? FITBOOK bringt Licht ins Dunkel.

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Was ist Muskelkater?

Bei einem Muskelkater treten kleine Risse (Mikrorupturen) in dem beanspruchten Muskelgewebe auf. Durch diese dringt Wasser und verursacht kleine Ödeme. Durch das Wasser beginnt sich der Muskel auszudehnen. Die Folge: der wahrgenommene Schmerz. „Speziell wenn man lange nicht aktiv war, oder eine neue Belastung, wie z.B. eine unbekannte Sportart, ausprobiert wird, ist die Muskulatur nicht auf den Reiz vorbereitet und der Muskelkater lässt grüßen“, erläutert der Sportwissenschaftler und Professor an der deutschen Sporthochschule Köln Prof. Dr. Ingo Froböse. Auch ruckartige Bewegungsabläufe oder ein Mangel an Nährstoffen und Mineralien können Muskelkater verursachen. Besonders Trainingsanfänger leiden nach den ersten Workouts unter Schmerzen in den belasteten Muskelgruppen. Bis der Körper darauf reagiert, dauert es aber einige Stunden. „Meist tritt der Muskelakter erst 1-2 Tage nach der Belastung auf, da die Entzündungsprozesse, welche im Muskel ablaufen, etwas Zeit brauchen“, so Froböse. Wiederholt man allerdings die gleichen Übungen regelmäßig, gewöhnt sich der Körper an die Belastung. Die Muskeln beginnen sich aufzubauen und die Regenerationszeit verkürzt sich. Auf Dauer bleibt der Muskelkater aus.

Warum heißt Muskelkater eigentlich Muskelkater?

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Was hilft bei der Regeneration?

Wie lange der Muskelkater anhält, hängt von der Intensität der zuvor ausgeübten Trainingseinheit ab. „In der Regel dauert es 2-6 Tage, je nach Anstrengung. Tritt der Muskelkater nach einer Extrembelastung auf, wie etwa einem Marathonlauf, kann es 6-7 Tage dauern“, erklärt der Facharzt für Innere und Sportmedizin sowie Ehrenpräsident der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention Prof. Dr. med. Herbert Löllgen. „In der Zeit kann lockeres Laufen hilfreich sein, ebenso Sportarten wie Schwimmen und Radfahren.“ Neben der Schonung hilft auch Wärme, weiß Gesundheitsexperte Prof. Dr. Ingo Froböse: „Ein heißes Bad oder warme Kompressen können wahre Wunder wirken. Die Wärme lindert nicht nur den Schmerz, sondern fördert auch die Durchblutung.“ Das hilft, damit die Entzündung im Muskel schneller abheilen kann.

Auch wenn der Muskelkater nicht schädlich für den Muskel ist, sind die Ursachen des Schmerzes kleinste Verletzungen. Das heißt, der Muskel braucht Erholung, um die Schäden zu reparieren und den Muskel wieder aufzubauen. Steigt man zu schnell wieder ins Training ein, schwächt man den Muskel unnötig. Hält der Schmerz selbst nach der Regenerationsphase an, sollte ein Arzt aufgesucht werden, denn dann besteht die Gefahr einer Zerrung oder eines Muskelfaserrisses.

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