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Vier Menschen, vier Schicksale

So hat der Sport ihr Leben verändert

Ohne Sport kein Leben. Das gilt für sie alle: Zwillingsmutter Sarah-Linda Gall, Rechtsanwalt Ruprecht Rassler, Ironman Gewinnerin Daniela Sämmler und Studentin Nicola Knipper (v.l.)Foto: privat
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Von der Lustlosigkeit zur totalen Begeisterung; vom Schwimmverein zur Ironman Siegerin; vom Übergewicht zur Traumfigur. So hat der Sport ihr Leben verändert. Vier Menschen erzählen ihre Geschichte.

Für Nicola Knipper, Ruprecht Rassler, Sarah-Linda Gall und Daniela Sämmler ist Sport heute ein fester Bestandteil ihres Lebens. Sie haben erkannt, dass sie ihn brauchen um glücklich und ausgeglichen zu sein. Der Weg dahin war und ist nicht immer einfach. Sie mussten sich aufraffen, neu anfangen, neu orientieren. Sie sind drangeblieben. Und es hat sich so was von gelohnt! Denn es nie zu spät, mit dem Sport zu beginnen. Diese Geschichten sind der Beweis:

Ruprecht Rassler: Vom Chiller zur Sportskanone

Der Berliner Rechtsanwalt Ruprecht Rassler empfand Sport in seiner Kindheit als Quälerei: „Keiner hat mir gezeigt, dass das eigentlich etwas Tolles ist.“ So mogelte er sich lustlos durch den Schulsport. „Ich verstehe bis heute nicht, wieso dieses Fach damals darauf angelegt war, es uns nachhaltig auszutreiben“, sagt er und schüttelt dabei immer noch ungläubig mit dem Kopf. Bis Mitte 20 lebte der damalige Jura-Student ohne Sport: „Ich war nie dick, aber ich fühlte mich aufgedunsen und ungesund“, erzählt er. Der Schnitt kam genau an Silvester ’99: „Ich hatte verplant, mir eine Party zu organisieren und saß alleine zu Hause. An diesem Abend nahm ich zum ersten Mal wahr, dass mein Selbstbewusstsein oft von anderen abhängt.“ Diese Erkenntnis setzte etwas in Bewegung – im wahrsten Sinne.

Hauptsache extrem war lange das Motto des Rechtsanwalts Ruprecht RasslerFoto: privat

Von null auf hundert startete er sein Sofort-Sportprogramm: „Ich lief einfach los. Ohne Plan, war total außer Atem nach wenigen Hundert Metern.“ So unkoordiniert es war, so sehr war es doch der Start in ein völlig neues Leben. Extrem wie eh und je widmete sich der Student allein dem Sport: „Ich nahm mir Trainer, entwickelte Fitnesspläne, las alles, was ich finden konnte.“ Die ersten Jahre war die einzige Passion das Laufen. „Ich bin viermal Marathon gelaufen, wenn auch mit schlechten Zeiten“, so der Anwalt. Dann kam das Boxen: „Kein Training ist besser, um Druck loszuwerden!“ Manchmal war er nach dem Training so fertig, dass er sich nur noch nach Hause schleppte und auf dem Bett zusammenbrach.

Der Weg ist das Ziel: Wenn der Berliner Rechtsanwalt Ruprecht Rassler durch die Berge streift, ist er ganz bei sich Foto: privat

Und da kam die zweite Erkenntnis: „Ich glaube, dass alles, was zu extrem ist zu Einsamkeit führt. Das betrifft auch den übermäßigen Sport.“ Er sei nur noch mit seiner Leistungssteigerung und dem Messen von Pulsfrequenzen beschäftigt gewesen. „Ich habe plötzlich gemerkt, dass ich die Schönheit um mich herum nicht mehr wahrgenommen habe.“ Seither betreibt er nur noch Sport, der ihm Spaß macht und nur noch für sich selbst, ohne etwas erreichen zu wollen. Sein neues Ziel: den eigenen Mittelweg zu finden, sich fit und wohl zu fühlen im Körper und im Geist. Damit ist ihm der Sport als treuer Begleiter in allen Lebenslagen geblieben: „Wenn ich Sport mache, bin ich oft vollkommen im Moment. Danach nehme ich alles viel stärker wahr. Das liebe ich.“

Daniela Sämmler: Vom Hobby-Sportler zur Ironman-Siegerin

„Profisport kann man nicht planen.“ Das sagt die beste deutsche Triathletin und zweifache Ironman-Siegerin Daniela Sämmler. Keiner könne das. Weil sich immer alles ändern kann – sogar bei den Besten. Für Daniela begann das mit dem Sport mit 9. „Mein Vater nahm mich mit in den Schwimmverein“, erzählt sie. Schnell war klar: Daniela ist ein Ausnahmetalent. Sie gewann alle Jugendwettbewerbe und fand Spaß daran. „Mit elf fragte mich mein Trainer, ob ich bei einem Kinder-Triathlon mitmachen möchte.“ Auch diesen gewann sie. Mit 14 trainierte sie bereits im Hessischen Kader auf Leistungsebene, sie kam ins Nachwuchsteam von ERDINGER Alkoholfrei. Bis heute ist sie Teil des Teams ERDINGER Alkoholfrei, einer Sport Community mit über 5000 Profis und Amateuren. Sie alle verbindet der Spaß und die Leidenschaft am Sport und der Bewegung.

„Ja, das war alles schön und gut, aber ich dachte nie an ein Profileben“, sagt die Sportlerin bescheiden. Es gebe auch viele ambitionierte Triathleten, die keine Berufsgedanken hegen. „Vom Triathlon leben zu können ist schon etwas ganz anderes“, unterstreicht sie immer wieder. Deshalb machte Daniela die Schule fertig, begann eine Ausbildung zur Physiotherapeutin.

Großer Erfolg: Daniela Sämmler gewinnt 2017 den Ironman in Hamburg Foto: Christian Behnke

Alles veränderte sich, als Daniela mit 21 schwanger wurde. „Während der zehn Monate konnte ich nur schwimmen und Yoga machen. Ein ganzer Bereich, nämlich der Wettkampf, fiel weg.“ Zum ersten Mal überlegte sie sich, den Sport zu ihrem Beruf zu machen. „Es hat einfach Sinn gemacht: Finanziell und auch weil ich so viel mehr Zeit für meinen Sohn haben würde.“ Der Plan der Triathletin geht auf. Sie ist die deutsche Nummer eins im härtesten Sport der Welt. „Momentan läuft es gut. Aber jedes Jahr denke ich neu darüber nach“, sagt sie immer noch bescheiden. „Ich liebe den Sport, weil es mein Ding ist, meine Chance, meine Herausforderung. Das Profileben ist nur ein Aspekt.“ Den Boden unter den Füßen hat sie auch ganz oben nicht verloren.

Bei der diesjährigen Challenge Roth erreichte die Triathletin Daniela Sämmler die neue Bestzeit einer deutschen Athletin auf der LangdistanzFoto: Christian Behnke

Sport ist die Antwort! Fünf exklusive Tipps von der Profi-Triathletin Daniela Sämmler, wie Sie sich zum Sport aufraffen:

  1. Alltag ändern: Sport ist alles, was mit Bewegung zu tun hat: Ein Mittagsspaziergang; die Treppe laufen, statt Lift fahren oder zwischendurch mal aufstehen und dehnen.
  2. Kleine Ziele: Nehmen Sie sich für die ersten drei Monate zweimal pro Woche ein 20-Minuten-Workout vor! Dann erst steigern.
  3. Abwägen: Machen Sie sich einen Trainingsplan, der in den Alltag passt! Nicht andersrum! Zum Beispiel gehe ich laufen, während mein Sohn beim Fußballtraining ist.
  4. Nie aufgeben: Probieren Sie weiter, wenn Sie Ihren Sport noch nicht gefunden haben. Wenn Laufen etwa nichts ist, dann gehen Sie doch mal Radfahren oder planen Sie einen Wandertrip mit Freunden.
  5. Verdiente Belohnung: Tun Sie sich dem Sport was Gutes, mit einem leckeren Rote Beete Salat (Eisen gibt Kraft!) oder einem ERDINGER Alkoholfrei (isotonisches Regenerationsgetränk!).

Nicola Knipper: „Der Sport half mir wieder auf die Beine“

Ihre Eltern wollten immer, dass sie ein Instrument lernt. Nicola Knipper aber wollte einfach nur Tennis spielen. Die 24-jährige Studentin aus Passau erinnert sich: „Lange interessierte mich nichts anderes. Ich ging in die Schule und dann spielte ich Tennis. Viermal die Woche. Jahrelang.“ Tennis war ihre Kindheit, ihr Leben. Doch dann kam der große Bruch: „Mit 15 hatte ich einen Skiunfall.“ Meniskus und Kreuzband gerissen; Kniescheibe zertrümmert. Ein halbes Jahr auf Krücken. Aber das Schlimmste: „Danach war klar, ich darf nie wieder Tennis spielen.“ Das nahm Nicola Knipper die ganze Kraft: „Es war, als ob mir jemand mein Leben und meinen Sinn genommen hätte.“

Wie soll es weitergehen? Lange Zeit haderte die sportliche Nicola Knipper mit ihrem Schicksal Foto: privat

Die einst so sportliche Nicola Knipper verlor nach ihrem Skiunfall den Anschluss: „Ich durfte nichts mehr machen, was mir Spaß macht – kein Laufen, kein Tennis, keine Ballsportarten. Das war mein K.o. Ich machte einfach gar nichts mehr.“ Drei Jahre dauerte diese Phase der damaligen Studentin. „Es war wie eine Trotzreaktion auf mein bisheriges Leben. Wenn das, was ich will, nicht mehr geht, dann lass ich es jetzt ganz!“ Doch richtig zufrieden war Nicola nicht: „Ich war unausgeglichen und hippelig.“ Am Ende war es ihr Freund, der sie wieder in die Spur brachte. „Er fragte mich, warum ich die ganze Zeit über Sport spreche und trotzdem nichts mache?“ Das war ihr selbst gar nicht aufgefallen damals: „Und dass meine Augen leuchten, wenn ich davon erzähle, wusste ich auch nicht.“

Nie wieder Tennis spielen! Macht nichts – Nicola Knipper steht wieder auf und macht weiter – zum Beispiel am PaddelFoto: privat

Nicola wurde nachdenklich und begann, sich sportliche Alternativen zu überlegen. „Ich wollte schon immer surfen lernen – und wandern in den Bergen.“ Das setzte sie sich als Ziel für das neue Training. „Erst mal startete ich wieder im Fitnessstudio. Ganz langsam, um zu testen, was an mir noch funktioniert.“ Muskelaufbau rund ums Knie und Cardio-Training. Zwei Monate lang ging sie einmal pro Woche hin, dann zweimal, dreimal. Schritt für Schritt. Und plötzlich war das Glück wieder auf ihrer Seite: „Es ist wirklich unglaublich, wie schnell die Muskeln wieder kommen, wenn man als junger Mensch viel Sport gemacht hat!“

Wandern ist für Nicola Knipper heute Sport und Meditation zugleichFoto: privat

Heute, mit nur 24 Jahren, ist Nicola fitter denn je: „Es ist irre, was ein Unfall bewirken kann.“ Sie weiß jetzt: „Ich habe so viel gelernt. Ohne Sport fühle ich mich matschig. Ich brauche den Sport, um mit mir selbst ins Reine zu kommen.“ Jetzt macht sie bewusster Sport. „Ich nehme die Natur um mich herum wahr. Wandern ist Sport und Therapie gleichzeitig für mich.“ Zum Beispiel hat sie beim Wandern plötzlich festgestellt, dass sie vieles, was sie hat oder haben will, gar nicht braucht. „Außerdem weiß ich heute: Wenn ich mit mir selbst zufrieden bin, bin ich’s auch mit anderen.“ Ganz schön erwachsen für 24!

Sarah-Linda Gall: Mit Sport und Geduld wurde sie wieder fit

Ihre Kindheit beschreibt Sarah-Linda Gall als normal: durchschnittlich sportlich; viel ausprobiert; von den Eltern motiviert und unterstützt. Doch obwohl alles gut lief, nahm die heute 36-Jährige Anfang 20 plötzlich sehr stark zu: „Ich lebte gar nicht so ungesund, aber innerhalb kürzester Zeit nahm ich 30 Kilo zu.“ Sie war müde und leistungsunfähig. „Das war schon sehr auffällig und mein Arzt stellte eine Schilddrüsen-Unterfunktion fest. Auch eine Vorstufe zu Diabetes wurde diagnostiziert.

Nach der Geburt ihrer Zwillinge ist Sarah-Linda mehr als unfitFoto: privat

Sarah achtete extrem auf sich und wurde langsam wieder fitter. „Dann wurde ich schwanger. Zwillinge. Keine leichte Schwangerschaft“, erzählt sie. Auch die ersten Monate mit den Zwillingen forderten ihr viel ab. „Das Leben rauscht an einem vorbei. Es findet irgendwo außerhalb statt, während man mit den Kindern auf der Couch sitzt“, erklärt sie. Nach einem Jahr etwa stellte sie fest, dass sie seit der Geburt der Kinder nicht abgenommen hatte: „Das ist wirklich sehr untypisch. Vor allem mit Zwillingen und einem stressigen Alltag.“ Neue Diagnose: Diabetes.

Harte Disziplin und Willenskraft: Sarah-Linda hat gelernt, ihren Körper immer zu fordern und genau im Auge zu behaltenFoto: privat

Wieder muss Sarah ihr Leben komplett umstellen. Mittlerweile wiegt sie 124 Kilo, über 50 Kilo mehr als ihr Normalgewicht. Erst mal nahm sie sich vor, jeden Tag eine Stunde mit den Kindern an die frische Luft zu gehen. Der zweite Schritt: teilweise bergauf laufen. Langsam, Schritt für Schritt. „Meine Motivation waren die Kinder. Ich wollte ihnen gerecht werden – ja, ihnen hinterherkommen“, so die disziplinierte Frau. Weiterer Ansporn: „Zu Weihnachten bekam ich einen Schrittzähler. Der motivierte mich sehr!“ Und der Erfolg trat ein! 10 000 Schritte am Tag waren inzwischen normal für die aktive Mutter. Auf dem Spielplatz trainierte sie mit den Kindern an den Geräten. „Ich saß nicht auf der Bank rum, sondern machte mit. Fußball, klettern, rutschen! Die Kinder genießen das so auch viel mehr.“ Ab dem Frühjahr startete Sarah richtig durch: „Ich konnte wieder joggen.“ Sie schaffte es, die Zuckerkrankheit vollständig loszuwerden und richtig fit zu werden. Sie erreichte ein neues Idealgewicht von 63 Kilo.

Glückliche Mutter: „Die Kinder haben mir den Ansporn gegeben, wieder fit zu werden“Foto: privat

Sarah-Linda hat es geschafft. Bis heute ist sie sportlich geblieben. „Ich habe mich jetzt wieder auf mein Normalgewicht eingependelt“, sagt sie fast zufrieden. „Gerne hätte ich noch ein paar Kilo weniger, aber nur mit gesunder Ernährung und Sport. Ohne Selbstkasteiung.“ Sport bedeutet für sie Freiheit. „Ich liebe den Sport. Wenn ich laufe oder mich bewege, ist mein Kopf komplett leer, dann tue ich etwas für mich.“ Und für ihr Familienleben: „Wir sind zusammen aktiv, egal wo wir sind. Ich mache überall mit.“ Sport steht immer im Vordergrund bei Familie Gall. Sarah-Linda weiß: Das ist ein Geschenk!

Eine Mutter, ein Rechtsanwalt, eine Profi-Triathletin und eine Studentin haben zum Sport gefunden. Es war hart und es war geil. Und auf lange Sicht war und ist es die größte Bereicherung für ein erfülltes Leben.

Du willst wissen, wie auch du mit Sport dein Leben verändern kannst? Dann schau unbedingt in diese spannenden Themen rein:


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