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Körper und Psyche im Expertencheck

Frauen vs. Männer: Wer hat mehr Power?

Mann und Frau einmal ganz wissenschaftlich betrachtet: Wo liegen die Unterschiede in der Muskulatur und wer ist ehrgeiziger?
Foto: Getty Images

Wenn es darum geht, die neue Waschmaschine in den zweiten Stock zu tragen, sind in der Regel einige kräftige Männer gefragt. Denkt man an einen stahlharten Körper, kommt den meisten Menschen zuerst ein Männerkörper in den Sinn – im Profisport treten die Geschlechter grundsätzlich getrennt an. Doch warum ist das so? Sportwissenschaftler und Hobbysportler klären auf, wieso Männer und Frauen in sportlichen Dingen unterschiedlich sind – und wo sie genau gleich ticken!

Zwei Profi-Sportler, Ulrike (26, Marathonläuferin und Bloggerin) und Stefan (32, Triathlet, Rennradfahrer und Blogger), treten gegeneinander an: Beide planken, sprinten, werfen, springen und dehnen sich um die Wette. 

Klar – die beiden sind möglicherweise unterschiedlich trainiert, auch die Tagesform spielt eine Rolle – aber das Ergebnis ist eindeutig: Sieg für Stefan 3:2 – beim Planken, beim Weitwurf und im Sprint ist er haushoch überlegen. In der Dehnübung und beim schnellen Seilspringen war Ulrike besser. Mit diesem Ergebnis stehen Ulrike und Stefan stellvertretend für die meisten Frauen und Männer. Denn: In der Regel sind Männer viel stärker, Frauen flinker und flexibler. Doch warum ist das so? 

Die anatomischen Fakten

Weibliche Bodybuilder – sicher, die gibt es, werden aber (auf natürlichem Wege) nie so große Muskeln aufbauen können, wie Männer im maximalen Training.

„Der ausschlaggebende Faktor für diesen Umstand ist ganz klar das ‚Männerhormon‘ Testosteron“, erklärt Sportwissenschaftler und Buchautor Dr. Michael Despeghel. Testosteron hat eine anabole, also muskelaufbauende Wirkung auf den Körper.

„Männer haben in der Regel einen Muskelanteil von etwa 42 Prozent im Körper, bei Frauen hingegen sind es im Optimalfall um die 36 Prozent. Es herrschen also Unterschiede in der Masse, aber auch in der Qualität. Das gesamte muskuläre System ist bei Männern deutlich kräftiger und größer.“

Männer sind stärker …

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Der Sportwissenschaftler schätzt, dass eine Frau auf das Level eines durchschnittlichen (eher wenig trainierten) Mannes kommen würde, wenn sie in der Woche etwa drei Stunden Kraftsport und zwei Stunden Ausdauer trainiert! 

Denn auch wenn Männer um ca. 20 Prozent stärker sind (betrachtet man die gesamte Muskelkraft), bleibt die Trainierbarkeit bei Männern und Frauen in etwa gleich – einzelne Muskelfasern leisten die gleiche Arbeit. Rechnet man in Gramm, bauen Männer allerdings viel schneller die gleiche Masse an Muskeln auf.

Das ist bei beiden Geschlechtern gleich!

Der positive Effekt des Sports allgemein gilt für Männer wie Frauen gleichermaßen: Der Blutdruck sinkt, das Blut fließt leichter, der Mensch braucht insgesamt weniger Sauerstoff für die Versorgung, die Mitochondrien (die Kernkraftwerke der Zelle) vergrößern sich und werden mehr. Knochen werden stabiler, die gesamte Leistungsfähigkeit steigt.

„Zusammengefasst gibt es keine negativen Wirkungen, wenn man trainiert! Aktiv zu sein ist der absolute Jungbrunnen“, so der Sportwissenschaftler. Und es ist bewiesen: Wer Sport treibt, lebt länger! Im Schnitt nämlich drei Jahre, bei nur 15 Minuten Sport am Tag. 

Es muss nicht immer das Fitnessstudio sein, bzw. hartes Training. Auch kleinere Einheiten auf der heimischen Trainingsmatte mit Eigengewicht, Yoga oder kurze Läufe sorgen schon für einen gesünderen Körper und mehr Wohlbefinden – und auch für den Berufsalltag ist die richtige Portion Sport im Alltag wichtig. Inspiration für eine gute Work-Life-Balance gibt’s auf dem Erdinger Aktiv-Blog
Foto: Getty Images 

So motivieren sich Männer und Frauen

Sieht man sich aktuelle Statisten zu den guten Vorsätzen an, wird schnell klar: Beim Thema Motivation sind sich Frauen und Männer einig – fast ein Viertel der Deutschen (23,5 Prozent) hat sich für das neue Jahr vorgenommen, mehr Sport zu treiben. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Online-Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag der Online-Portale der FUNKE Mediengruppe.

Stefan und Ulrike haben dabei ihre eigenen Vermutungen, wo hinsichtlich der Motivation die Unterschiede liegen. Blogger Stefan (bergsport360.de): „Gerade in der Gruppe macht’s mir Spaß. Ich glaube bei den Männern überwiegt einfach der Wettkampfgedanke – Frauen machen den Sport eher für sich, so meine Beobachtung. Natürlich gibt es aber immer Ausnahmen.“

Bloggerin Ulrike hat auf ihrem Blog turnschuhverliebt.de eine ganze Rubrik der Motivation gewidmet. „Ich glaube, Männer und Frauen fällt es manchmal schwer, sich zu motivieren. Der Unterschied liegt wohl eher in den Anreizen. Hilfreich finde ich, wenn man sein ‚Warum‘ definiert, das ist bei Männern und Frauen wahrscheinlich häufig etwas verschieden. Wenn ich auf meine persönlichen Erfahrungen zurückblicke, würde ich sagen, Frauen sind häufig etwas ehrgeiziger.

Die besten Tipps von echten Profisportlern für den Trainingserfolg!

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Leckere Rezepte von Profisportlern zur optimalen Ergänzung des Trainings gibt es auf dem Aktiv-Blog von Erdinger, Foto: Getty Images
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Laufen durchhalten – Ironman Patrick Lange erklärt hier wie, Foto: Erdinger Weißbräu
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Richtig dehnen – wie geht das überhaupt? Antworten gibt der Aktiv-Blog, Foto: Erdinger Weißbräu
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Wer mit Motivationsproblemen kämpft, sollte sich einmal hier umsehen, Foto: Erdinger Weißbräu

Darin sind Frauen besser!

Ulrikes Vermutung über den höheren Ehrgeiz bei Frauen wird vom Sportwissenschaftler bestätigt: „Frauen haben in der Regel eine höhere Bereitschaft, sich anzustrengen und eine höhere Belastbarkeit“, weiß der Experte. Insgesamt haben sie auch ein besseres Körpergefühl. Koordination  und Feinmotorik sind Fähigkeiten, die auf das zentrale Nervensystem zurückgehen – sie werden vom Gehirn gesteuert. Beide Bereiche sind bei Frauen besser ausgeprägt. Beweglichkeit und Flexibilität sind ebenfalls Kategorien, in denen Frauen klar überlegen sind. „Das kann zum einen am Muskelquerschnitt liegen, aber auch an der durch das Testosteron veränderten Sehnenstruktur beim Mann. Östrogene halten sie eher weich. Die Gelenkstruktur und der Bänderapparat sind bei der Frau flexibler.“, weiß Michael Despeghel.

Zusätzlich sind Yoga und Tanzen, Sportarten, die genau diese Fähigkeiten trainieren, eher von Frauen besetzt. 

In Sachen Engagement sind Frauen und Männer gleich – allerdings sind Frauen laut Umfragen eitler, treiben Sport vermehrt aus optischen Gründen. Erfreulich: In ganz Deutschland steigt die Zahl der Menschen, die (zumindest gelegentlich) Sport treiben, auf aktuell über 60 Prozent
Foto: AS Brand Studio, Zahlen: Statista

So gut sind Muskeln für die Körperhaltung

Mehr Muskeln führen bei beiden Geschlechtern auch zu einer besseren Haltung: Die Wirbelsäule liegt eingebettet in ein System von kräftigen Bändern, Sehnen und Muskeln. Sie geben dem Rückgrat Halt; Bewegungen und Drehungen werden möglich. Je besser dieser Apparat trainiert ist, desto besser die Körperhaltung – Rückenschmerzen werden vorgebeugt.

Oft unterschätzt: Auch die Bauchmuskeln stützen den Rücken. Sie entlasten sie die Rückenmuskulatur, etwa bei Seitwärtsneigungen oder Drehbewegungen. Bei Vorwärtsbeugungen wirken die Bauchmuskeln als Gegenspieler zur Rückenmuskulatur.

Deshalb ist die Rumpfmuskulatur bei Männern und Frauen komplett gleich ausgeprägt und – für viele wahrscheinlich eine Überraschung – auch die Bauchmuskulatur!

Wieso sieht man nun aber bei schlanken und sportlichen Männern sofort ein Sixpack, während Frauen stark kämpfen müssen, damit man die heiß ersehnten, sechsteiligen Muskelkissen zumindest erahnen kann?

Das Sixpack-Geheimnis

Sixpack antrainieren? Bei Frauen leider nicht so einfach
Foto: Getty Images

Der Sportwissenschaftler: „Die Frau hat eine höhere Körperfettmasse. Man sieht das Relief der Bauchmuskulatur aber erst ab ca. 13 Prozent Körperfett. Das ist für eine Frau schon extrem wenig – wenn sie diese Prozentzahl erreicht hat, dann wird sie nicht nur am Bauch wenig Fett haben, sondern auch an anderen Stellen, wo sie möglicherweise kein Fett verlieren möchte. Da kommt sie schon in ein ganz klares, ungesundes Defizit. Gezielt nur am Bauch das Fett zu verlieren, ist schlecht möglich.“

Wie wachsen Muskeln eigentlich?

Wenn man einen Muskel stärker belastet, als er es in seinem aktuellen Trainingszustand aushalten kann, dann passt er sich in der Regeneration an: „Durch den Spannungsreiz lagern sich Aminosäuren (Bausteine von Eiweißen) an, die dann helfen, die durch die Überbelastung entstandenen ‚Schäden‘ im Muskel zu reparieren und ihn stärker zu machen als zuvor. So wird der Muskel auch dicker als vorher“, erklärt Michael Despeghel.

Beim Training entstehen kleine Verletzungen im Muskelgewebe. Myoblasten synthetisieren neue Muskelzellen. Mit Hilfe von Aminosäuren geschieht die Zellfusion und nach einigen Zwischenstufen entstehen die neuen Muskelzellen und -fasern
Foto: Getty Images

Vitalstoffe und Ernährungszusätze, wie sie Profisportler gerne zu sich nehmen, spielen vor allem eine Rolle für die grundsätzliche Gesundheit und Leistungsfähigkeit. Wer fit werden will, sollte also für eine ausgewogenen Ernährung sorgen – das reicht meist aus für die gute Versorgung. „Bei einem hocheffektiven Krafttraining kann es ratsam sein, einmal überprüfen zu lassen, ob genügend Vitalstoffe, Minaralstoffe, Spurenelemente und Aminosäuren im richtigen Verhältnis zur Verfügung stehen. Das kann man im Blut messen“, weiß der Experte.

Wichtige Vitalstoffe, wie Vitamin B12 und Folsäure, sind auch in den richtigen Lebensmitteln zu finden – wie zum Beispiel in einem Erdinger Alkoholfrei.

Sollten sich Männer anders ernähren oder trainieren als Frauen?

Mindestens genauso wichtig wie abwechslungsreiche Ernährung: genug trinken. Schon bei mittlerem Training verliert der Körper einen halben bis einen Liter Schweiß pro Stunde! Isotonische Getränke können hier für den gesunden Ausgleich sorgen
Foto: Erdinger Weißbräu

Tatsächlich gibt es auch in der Ernährung Unterschiede zwischen Männern und Frauen: Die Kohlenhydrat-Verwertung ist bei Frauen etwas geringer ausgeprägt.

„Aufgrund der höheren Fettgewebsstruktur nehmen Frauen durch den Verzehr einfacher Kohlenhydrate schneller zu.“ Der Experte empfiehlt deshalb eine Protein-betonte Ernährung in Verbindung mit komplexen Kohlenhydraten (Vollkornprodukten, Gemüse, Obst). Grundsätzlich gelten aber für Männer und Frauen grob dieselben Ernährungsregeln.

Beim Training gilt: Es gibt keine Unterschiede, da sich der Aufbau und die Trainierbarkeit der Muskeln bei Frauen und Männer quasi nicht unterscheiden.

„Es ist zu beobachten, dass Frauen häufig zu geringe Gewichte nehmen, um ihre Muskeln wirklich zu fordern, was wohl häufig daran liegt, dass sie Angst davor haben, zu bemuskelt auszusehen. Um einen Trainingseffekt zu erzielen, müssen aber auch Frauen an die Grenze gehen.“ So gilt für beide Geschlechter, dass bis zu 80 Prozent der maximalen Kraft beim Training eingesetzt werden sollten. „Männer und Frauen brauchen nicht länger als 20-40 Minuten trainieren, mit nur wenigen Pausen, aber intensiv!“, weiß Michael Despeghel.

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