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Früher die Tour de France, heute in die Pampa

Ex-Radrenn-Profi Björn Schröder liebt es, voll auf Tour zu sein!

"Radfahren ist für mich Freiheit!" Ex-Profi Björn Schröders Radfaszination ist ansteckend! Nur Freundin Angie war lange Zeit immunFoto: Madlen Krippendorf
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Tour de France; La Vuelta a España; Giro d'Italia – Ex-Profi Radler Björn Schröder ist alle großen Rennen gefahren. Seine schönste Tour aber war letztes Jahr – ganz privat – die Berlin goes Tour de France mit Schauspielfreund Uwe Rohde und Radrenn-Star Robert Wagner. Und die mit seinen zwei Ladys – Freundin Angie und Hund Bella ...

Mit neun erfand er das Junior-Rennrad mit umgedrehtem Lenker. Mit 25 bestritt er mit Erik Zabel die Tour de France. Mit 26 fuhr er die Vuelta und den Giro d’Italia. Mit 27 war er stolzer Sieger des größten Drei-Länder-Rennens, der Rothaus Regio-Tour. Ex-Radrenn-Profi Björn Schröder war ganz oben und ganz unten – topfit und schwer verletzt. Und er hat profitiert – auf ganzer Linie. Geblieben sind ihm heute drei echte Schätze: „Meine Ladys Angie (Freundin) und Bella (Hund). Mein Sohn Finley.“ Ja – und sein Fahrrad.

Top Trio: Ex-Profi und Fahrradexperte Björn Schröder mit seinen Ladys Angie (Freundin) und Hund (Bella)Foto: Madlen Krippendorf

Für ihn die perfekte Dreierkombi, für Freundin Angie – fast: „Fahrradfahren ist eigentlich gar nicht mein Ding.“ Doch davon hat sich der ambitionierte Sportler nicht abschrecken lassen: „Sie kam die Treppe runter und ich dachte: Da ist sie!“ Erster Schritt: erobern – danach das Fahrrad schmackhaft machen. Gesagt, getan. Der ,völlig harmlose‘ Clubabend war der Anfang einer langen Beziehung, die nun schon zehn Jahre hält. „Das mit der Fahrrad-Passion hat schon bisschen länger gedauert“, erzählt er lachend.

Triumph am Bogen: Radprofi Björn Schröder auf der Höhe seiner Karriere mit dem spanischen Profiradler Carlos Sastre Candil bei der Tour de France 2008 Foto: privat

Die ersten Jahre war Angie eher Begleiter und Unterstützer, während Schröder im Team Milram mit Erik Zabel die Tour de France und andere Weltklasse-Rennen bestritt. „Es war spannend, dabei zu sein. Sie überredeten mich, die Verpflegung der Radler zu übernehmen. Ich habe Björn, Erik und Mike die Beutel auf der Strecke gereicht.“ Sie waren ein Team – jeder mit seinem Job. Nachnamen sind in ihrer Erzählung nebensächlich. „Das erste Mal war ich ziemlich aufgeregt. Da zählt ja jede Millisekunde. Wann reiche ich ihm das Ding? Und ich hatte das Gefühl, Björn fast vom Rad runtergezogen zu haben dabei.“ Energisches Kopfschütteln des Ex-Profis: „So ein Quatsch. Du hast das super gemacht!“

Kümmerer: Seine Liebe zum Fahrradfahren möchte Björn Schröder mit seiner Freundin teilen! Deshalb hilft er solange, bis alles passtFoto: Madlen Krippendorf

Nicht so super: die romantischen Ausflüge zu zweit auf dem Fahrrad: „Das hatte ich mir anders vorgestellt. Darauf hatte Angie erst mal null Bock.“ Doch er wäre nicht der echte Björn Schröder, wenn er nicht hartnäckig geblieben wäre. „Eines schönen Morgens hat er mir einfach sein ‚Leder‘, also diese gepolsterten Radklamotten, aufs Bett gelegt und gesagt: Anziehen, jetzt radeln wir mal ’ne Runde“, so Angie lächelnd. „Das war mir viel zu groß und hat total an der Haut gescheuert. Außerdem war es tiefster Winter und extrem kalt.“ Björn Schröder schüttelt wieder den Kopf: „Ich wollte dir so gerne dieses Gefühl von absoluter Freiheit und Losgelöstheit zeigen! Das klingt pathetisch, aber ich meine es ernst: Fahrradfahren ist für mich leben“ – was auch die sensible Terrier-Hündin Bella spürt, denn in diesem Moment schmiegt sie sich fast eifersüchtig zwischen Bein und Rennrad.

Mit 40 km/h übers Pflaster: „Vollgas entspannt mich am meisten“, so Ex-Radprofi Schröder Foto: Madlen Krippendorf

Seine Liebe für das Radfahren kommt bei Schröder von Herzen. Auch nach den Profijahren ist es seine Passion geblieben. Liebevoll streichelt er über seine „Schätze“: Das Rennrad – immer schon seine Number One; aber auch Mountainbike und Touren-Bike. Sein besonderer Stolz: „Das pinke Rennrad meines Sohnes. Ich habe ihm vor ein paar Jahren den Rahmen geschenkt. Er durfte die Farbe auswählen. Wir haben es zusammen exakt nach seinen Vorstellungen gebaut und geschraubt“, so der stolze Sportler-Daddy.

Nicht nur seinem Sohn hat Björn diese Liebe weitergegeben, sondern auch in seinem Job als Berater des Fahrradunternehmens „Specialized“ und als Coach in diversen Fahrrad-Camps in Spanien und Griechenland ist es seine Hauptbeschäftigung geblieben. Er kennt und testet selbst alle neuen Trends. So weiß er genau, welches Fahrrad zu welchem Typ passt. „Das Rennrad mit dem tiefen Lenker ist nicht jedermanns Sache. Klar bin ich damit noch ein bisschen schneller, aber das muss ja nicht für alle sein.“

Schröder selbst liebt es, mit dem Rad „abzuheben“, Vollgas zu geben. Deshalb kennt er auch die besten Tipps für mehr Power im Sattel:

Mittlerweile gibt es alles und noch mehr. Wer in der Stadt fährt, aber gerne auch mal eine Fahrradtour unternimmt, steht vor einer Riesenauswahl an Rädern von Rennrad über Mountainbike, Trekkingrad, Crossbike und was es noch alles gibt. Der Profi rät: „Es gibt tolle Tourenbikes, die sowohl in der Stadt als auch auf mehrtägigen Touren top funktionieren.“ Diese Räder haben sogenannte Lowrider-Ösen, woran man Taschen befestigen kann. „Das ist goldwert! Nie wieder eine mehrtägige Tour mit Rucksack! Mein Rücken hat irgendwann richtig nach diesen Gepäcktaschen geschrien.“

Flickzeug und Co: Für eine Fahrradtour sind Inbusschlüssel und Pumpe GrundnahrungsmittelFoto: Madlen Krippendorf

Das musste Björn letztes Jahr am eigenen Leib erfahren: „Wir sind nach Düsseldorf zur Tour de France gefahren. Das war ’ne geile Tour! Mit dabei: mein Schauspielfreund und der Vizepräsident für Kommunikation im Schleswig-Holsteinischen Radsportverband, Uwe Rohde und der Fotograf Henrik Kürchner, der sich mit Radfahren von 130 Kilo auf 90 Kilo runtertrainiert hat! Unser Motto war: „Berlin goes Tour de France“.

Coole Jungs: Die Freunde, Radsportler Christoph Kronenberg , Ex-Profi Björn Schröder, Schauspieler Uwe Rohde und Fotograf Henrik Kürchner (von l.n.r.) bei ihrer selbstbenannten Tour Berlin goes Tour-de-France nach DüsseldorfFoto: privat

Erste Etappe: vom Berliner Fernsehturm nach Wernigerode (Harz) über 240 km. Ein toller Tag! Mega-Highlight: „30 Kilometer vor Magdeburg trafen wir Tour-de-France-Star Robert Wagner, der uns rund 30 Kilometer begleitete! Später trafen wir ihn sogar noch mal zufällig mit dem Auto – und er nahm mir den schweren Rucksack ab!“ Zweite Etappe: Wernigerode bis Paderborn. „Wir besuchten auf der Tour Fahrradläden, wo wir schon von unseren Facebook-Followern erwartet wurden, die uns echt nachgereist waren“, so Schröder. Die letzte Etappe ging von Paderborn nach Düsseldorf mit Zwischenstopp zur Stärkung beim alten Milram-Team im Hotel L‘Arrivée in Dortmund, wo die Herrschaften herzlich von Sven Claußmeyer empfangen wurden. Ein guter Freund und erfolgreicher Radsportler, Christoph Kronenberg, zeigte den drei Radlern von dort die schönsten Strecken durchs Ruhrgebiet. „Da gibt es neu angelegte Radwege entlang der Bahntrassen von Wuppertal bis nach Düsseldorf. Super schön und geschichtlich sehr interessant!“ Ziel war Düsseldorf und die Tour de France mit vielen Fans, die sie dort erwarteten.

Auch Lust auf eine Tour? Diese Strecken empfiehlt der Profi Björn Schröder höchstpersönlich:

„Das war richtig schön! Auch ohne Fan- und Promi-Klimbim eine super Tour und sehr zu empfehlen“, erzählt Schröder begeistert. „Aber nicht unvorbereitet losfahren!“ Er empfiehlt: „Unterkünfte unbedingt vorher buchen. Und außer Gepäcktaschen, Aufladekabel fürs Telefon, Regenjacke, Ersatzschlauch, Geld und Süßigkeiten für die Motivation? einpacken.“ Auch wichtig: „Bei langen Fahrten immer einen Plan B haben, wie eine Bahnverbindung. Ein kleines Navi wie meinen Garmin 1000, um die Strecke vorher draufzuspielen.“ Und wenn gar nichts mehr geht: „Nicht schlimm. Dann machste ’ne Pause, isst was Kleines und schaust mal auf die Karte. Zur Not zwei Stationen mit dem Zug fahren, damit man nicht in die Nacht kommt und das Hotel geschlossen ist.“ Was den Körper betrifft, sollte vor längeren Touren immer ein bisschen trainiert werden: „Liegestütze, Sit-ups. Einfach jeden Tag 15 nach dem Aufstehen. Dann gibt’s keine muskulären Probleme.“ Für Anfänger oder Familien noch ein letzter Tipp: „Lieber mit kürzeren Etappen planen und Pausen machen!“

Hochzufrieden: Freundin Angie hat endlich ihr Traumrad mit speziell komfortablem Lenkergriff gefundenFoto: Madlen Krippendorf

Seine nächste Tour im Sommer hat Schröder natürlich auch schon organisiert: „Der Ostsee-Radweg!“ Aber diesmal mit den echten Schätzchen Angie und Bella! „Ich habe es nämlich nach zehn Jahren geschafft, Angies Traumfahrrad zu finden: ein Touren-Rad mit extra angenehmen Lenkergriffen, perfektem Sattel und „selbst rollenden Rädern“: „Es war Liebe auf den ersten Blick“, sagt sie scherzend. Der Profi nimmt sich selbst ein sogenanntes Gravel Bike mit: „Auf dem Ostseeradweg gibt es immer mal wieder Schotter-Passagen. Da macht sich ein geländegängigeres Rad wie das „Diverge“, „Sequoia“ oder das „Sirrus“ (alles Gravel Bikes) wesentlich besser als mein geliebtes Rennrad. Man kann Taschen anbringen, die Reifen sind breiter und trotzdem habe ich meine Rennrad-Position. Diese Bikes  – in gut – gibt es für Interessierte so ab 800 Euro zu kaufen. Das sind dann Modelle mit dem Future Shock System mit 20-Millimeter-Federweg am Gabelschaft, was Kontrolle gibt auf wechselnden Untergründen und harte Schläge abfängt.“ Für die Bulldogge gibt’s noch ’nen Anhänger, indem das Lieblingskissen zum Schnauzeablegen und ’ne Runde Chillen bereitliegt. Dann kann’s losgehn. Der Ex-Profi ist glücklich. Er hat’s mal wieder geschafft!

Volle Kanne Panne: DIY – so wird das Fahrrad schnell wieder fit!

Luft raus und mitten in der Pampa? So geht’s schnell weiter:

Man nehme: Ersatzschlauch, Flickzeug, Pumpe, Inbus-Tool. Und keine Angst – es ist zu schaffen: Bremse lösen; in den größten Gang schalten; Mantel lösen (Trick: Löffelstiel zwischen Felge und Rad schieben). Jetzt Rad abnehmen und den kaputten Schlauch entfernen. Neuer drauf und fertig!

Kette raus? So geht sie fix und sauber wieder rein:

Kein Problem – nur eins: Sie haben die Wahl zwischen schmutzigen Händen oder Einmal-Handschuhe kaufen. Dann ist es ganz einfach: Kettenschutz am Hinterrad entfernen und Kette wieder auf das Zahnrad auffädeln. Dabei am Pedal drehen, bis es wieder läuft.

Schwieriger ist es, wenn die Kette komplett ab ist. Dann den gesamten Kettenschutz abmontieren mit einem Schraubendreher; sobald die Kette frei liegt, vorne auf das große Zahnrad und dann hinten auf das kleine legen. Vorsichtig am Pedal drehen, bis es läuft. Also auch kein Hexenwerk!

Und es ward Licht: SOS wenn die Beleuchtung versagt:

Regel Nummer 1: Niemals an der Beleuchtung sparen! Investieren Sie in LEDs – die gehen nur selten kaputt. Falls es dennoch passiert: Kabel überprüfen. Irgendwo was lose? Nein, dann ab in die Werkstatt – leider. Für den Notfall: immer eine kleine, blinkende LED-Lampe dabei haben, um gesehen zu werden. Offiziell erlaubt sind die aber nicht im Straßenverkehr.

Orientierungsmuffel: Diese Navis weisen Ihnen den Weg

Je einfacher, desto robuster! Das lichtet die Suche nach dem geeigneten Navigationsgerät ein wenig. Wer auf eine Kartenführung verzichten kann, fährt mit einem Gerät, das nur die vorher gespeicherten Wegpunkte anzeigt. Das ist für bekannte Routen völlig ausreichend und geht auch nicht so ins Geld!

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