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Alltagstest

Bleibt bei E-Bikes die Fitness auf der Strecke?

Man sieht sie mittlerweile überall: In den Städten, auf dem Land und sogar in den Alpen kommt man nicht mehr an E-Bikes vorbei! Doch sind die elektrisch unterstützten Drahtesel nicht nur was für Faule?Foto: JWP
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Bis jetzt hat der E-Bike-Trend noch nicht ALLE gepackt. Deshalb, „weil man ja eigentlich nix mehr tun muss“, „das E-Bike einen faul werden lässt“.  Ist das wirklich so? Im Alltagstest ermitteln wir Vor- und Nachteile der E-Power und tracken, wie sehr sich das Fahren auf einem E-Bike im Vergleich zum normalen Rad in Sachen Fitness unterscheidet!

Ich fahre täglich mit dem Rad zur Arbeit und auch sonst ist der Drahtesel mein täglicher Begleiter in meinem Berliner Leben. Eigentlich bin ich ganz froh über das tägliche Kurz-Workout auf dem Rad. Würde die Fitness nicht auf der Strecke bleiben, wenn ich plötzlich mit E-Power durch die Stadt cruise? Um das zu testen, habe ich mir zwei Wochen lang einen Fitness-Tracker umgeschnallt.

E-Bike vs. Drahtesel – die Fitnessbilanz

In der ersten Woche brachte mich mein altes Rad, wie immer, jeden Tag zur Arbeit, zum Einkaufen und den alltäglichen Terminen. Dann kam die E-Bike-Woche – und mein Debüt als Elektro-Radlerin. 

Schon bei meiner ersten Runde auf dem E-Bike war klar: Das macht richtig Spaß! Ein kleiner Tritt in die Pedale, schon kommt der Schub des Motors. Ein ganz neues Fahr-Gefühl. Doch was sagt der Fitness-Tracker?



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Diese Bilanz sieht natürlich bei jedem anders aus. Ich habe auf geraden Strecken mit dem E-Bike richtig Gas gegeben, sodass ich öfter auch über die 25 km/h gekommen bin und der Motor dann nicht mehr unterstützt hat. Gleichzeitig stand ich auch immer brav an roten Ampeln, was wiederum auf beiden Seiten die Geschwindigkeit und die Pulszahl gedrosselt hat.

Im Alltag ist die Energie-Bilanz auf den ersten Blick negativ. Mit meinen normalen Gewohnheiten müsste ich also ca. 1/5 mehr Strecke fahren, um den gleichen Kalorienverbrauch zu haben. Aber auch wenn der Fitness-Faktor auf den ersten Blick etwas geringer ausfällt, sprechen dennoch gute Gründe für ein E-Bike.

Wann lohnt sich das E-Bike?

► Wichtiger Geschäftstermin: Ein großer Pluspunkt am zweiten Test-Tag: Schon morgens zeigte das Thermometer 23 Grad und ich hatte einen wichtigen Termin. Und wie es immer so ist: Zu spät war ich auch noch. E-Bike sei Dank, habe ich es trotzdem komplett unverschwitzt ins Büro geschafft.

Bei dem Modell, das ich teste (das Compact Modell von Cube), habe ich einfach die höchste Unterstützungsstufe eingestellt. Die Fahrt lief wie Butter, auch im Jackett gab’s nix zu schwitzen!Foto: Jessica Weber Photography

► Unebenes Gelände: Egal ob unebenes Kopfsteinpflaster oder Buckelstrecke: Das E-Bike hat stets gute Dienste geleistet. Mein Test-Modell hat mit den etwas breiteren Reifen echt überzeugt.

Berüchtigt bei Berliner Radlern: Die vielen Kopfsteinpflaster in der Stadt, hier sind breite Fahrrad-Reifen sehr angenehmFoto: privat

► Sehr lange, herausfordernde Strecken: Zum Ende meiner E-Bike-Test-Woche wollte ich es noch mal wissen und bin mit meinem Kollegen Benedikt (begeisterter Radfahrer) eine Powerrunde gefahren. Über Stock und Stein ging es ins Berliner Umland. Hier wäre ich sonst sicherlich hinterhergehechelt. Mit E-Bike: kein Problem! Die lange Strecke machte mir nichts aus. Bei holprigen Streckenabschnitten und bergauf hatte sogar Benedikt das Nachsehen. Nur beim Wettrennen auf gerader Strecke hatte ich keine Chance. Da das Bike ab 25 km/h nicht mehr unterstützt, wird das Treten bei höheren Geschwindigkeiten anstrengend.

Bei steileren Streckenabschnitten bin ich Benedikt davongefahrenFoto: Jessica Weber Photography

► Großeinkauf: Das E-Bike ist stabil, trägt auch größere Lasten den Hügel hoch. Meinen Wocheneinkauf hat mir das E-Bike echt erleichtert.

Wer schon mal mit riesigem Einkauf durch die Stadt geradelt ist, weiß jede Unterstützung zu schätzenFoto: Jessica Weber Photography

► Mehrtägige Rad-Touren: Der Aktiv-Blog von Erdinger Alkoholfrei hat einige unschlagbare Gründe für den Urlaub mit dem Rad parat. Dennoch, bis jetzt erschien es mir nicht besonders verlockend, die Jungs in meinem Freundeskreis auf ihren regelmäßigen Rad-Touren mit Strecken über 160 km an einem Wochenende zu begleiten. Nach meinen Erfahrungen in der Test-Woche werde ich beim nächsten Mal aber dabei sein und mir dafür ein E-Bike leihen. Erschöpfung oder übermütige Tour-Kollegen können mich jetzt nicht mehr abschrecken!

Achtung: Auch wenn der E-Motor unterstützt, lange Touren fordern den Körper trotzdem sehr. Gerade bei der jetzigen Sommerhitze sollte man immer genügend Getränke dabeihaben. Uns hat am Ziel das Erdinger Alkoholfrei besonders gut geschmeckt – kalorienreduziert und isotonisch (gibt’s übrigens auch als Mix mit Zitrone oder Grapefruit. Perfekt zum Durstlöschen!)Foto: Jessica Weber Photography

► Funfaktor: Der Clou ist ja der, dass man selbst bestimmen kann, wie viel Power man in die Pedale setzten möchte bzw. wie viel Unterstützung man sich durch den E-Motor holt. Gerade auf dem Feierabendweg habe ich auch mal die niedrigste Energiestufe eingestellt oder den Motor sogar ganz ausgeschaltet, um meine Muskeln anzustrengen, meinen Kopf freizuradeln. Ist der Akku leer bzw. der Motor aus, ist das Fahren anstrengender als mit dem normalen Rad.

► Schnell wegkommen: Dieser Punkt kann Vor- oder Nachteil sein – je nach Fahrstil. Klar, durch die Motor-Unterstützung kann man schneller losdüsen und höhere Geschwindigkeiten sorgen auch für größere Verletzungsgefahr. Wenn man aber schnell wegkommen muss (Einfädeln in den Straßenverkehr, aus einer Einfahrt fahren etc.) und es gleichzeitig bergauf geht oder ein Randstein das schnelle Loskommen erschwert, sorgt der E-Antrieb sogar für Sicherheit.

Welche Situationen sind schwierig mit E-Bike?

►  Das Bike tragen: Ob in die Stadtwohnung hochtragen oder mit in die S-Bahn nehmen: Hier sind viele E-Bikes unpraktisch, weil sie viel schwerer sind und größer als herkömmliche Räder.

Bei meinem Modell hatte ich Glück: Das Compact Modell von Cube wiegt 23 Kilo – für meine Mädchen-Arme gerade noch okay. Aber mehr als ein Stockwerk würde ich es ungern tragen wollenFoto: Jessica Weber Photography

► Das Bike allein lassen: Mein altes Rad habe ich schon in den schäbigsten Ecken Berlins abgestellt – niemand interessierte sich dafür. Mit dem E-Bike sieht es da schon anders aus! Ein teures Schloss und äußerste Vorsicht sind ein Muss gegen Diebstahl.

► Last but not least: der Preis. Für ein E-Bike muss man tiefer in die Tasche greifen. Doch immer öfter bieten auch Rad-Verleihs E-Bikes an, eine günstige Alternative für einzelne Tage.

Fazit

Mein erstes E-Bike-Erlebnis war alles in allem ein Riesen-Erfolg! Ich freue mich schon jetzt auf eine ausgedehnte Tour mit meinen Freunden in den Bergen, um die Natur zu genießen. Ganz großes E-Bike-Plus für mich: dass man das Auto dank E-Bike auch mal stehen lassen kann und sich dadurch der ökologische Fußabdruck verkleinert – Umwelt- und Klimaschutz sollten uns ja mittlerweile allen am Herzen liegen. Insgesamt verbraucht man sicher mit dem E-Bike die ein oder andere Kalorie weniger als mit dem klassischen Drahtesel. Aber man schafft längere Strecken, traut sich insgesamt mehr zu. Und egal wie gut die Energie-Ausbeute ist: Wer Spaß hat, fährt lieber und länger.

Das bestätigte kürzlich übrigens auch eine Studie mit mehr als 10.000 Teilnehmern aus sieben europäischen Ländern: Der wöchentliche Stoffwechselumsatz von E-Bike-Fahrern und Fahrradfahrern ist ganz ähnlich, da E-Biker im Schnitt rund acht Kilometer täglich unterwegs sind, Drahteselfahrer schaffen es nur auf rund 5,3 Kilometer.

Am Ende gleicht sich das Ganze also aus, weil man sich beim E-Bike öfter in den Sattel schwingt. Weitere Vorteile und eine Übersicht über die verschiedenen E-Bike-Typen gibt es im Aktiv-Blog von Erdinger Alkoholfrei!

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